Fear of Domination – Atlas

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Heute fokussiere ich mal ein Genre, das in letzter Zeit etwas zu kurz kam, denn mit dem Album „Atlas“ der Finnen von Fear of Domination ist mir mal wieder ein Industrial Metal-Album über den Weg gelaufen, dass von vorne bis hinten überzeugt. 2006 gründete sich die Band und hat seitdem bereits 5 Alben rausgehauen. Während das Jüngste im Bunde etwas schwächer ausfiel, ist der Vorgänger „Atlas“ (2016) ein durch und durch gelungenes Machwerk.

Insgesamt bietet die Scheibe 11 Songs (davon ein Intro) und kommt damit auf gut 40 Minuten, die gefüllt sind mit druckvollen Riffs, viel Variation und richtig coolen, Ohrwürmer hervorrufenden Synthies. Dabei bewegen sich die Finnen hauptsächlich im Melodic Death Metal-Bereich und peppen das mit Cyber-Synths und Elektronik-Spielereien auf, wagen sich aus dem Korsett jedoch immer wieder heraus und klingen mal leicht punkig, mal nach Mortiis mit fetteren Riffs, bauen hier und da Breakdowns und Core-Anleihen ein und lassen auch Nackenbrecher-Groove Metal nicht aus. Das Ganze fügt sich zusammen zu einem Monster, das den Nacken kreisen lässt und dabei genug Komplexität besitzt um nicht in einem Kitsch-Fest zu enden. Zudem fügen sich die elektronischen Samples und Sequenzen ziemlich gut in den Sound ein und sind nicht omnipräsent, sondern lassen auch mal atmosphärische Verläufe und düsteren Melodien Raum sich zu entfalten, schlagen danach aber umso schöner ein. Bestes Beispiel dafür ist wohl das epische „Colossus„, in dem der Industrial höchstens eine untergeordnete Rolle spielt, während düsterer und monumentaler Melodic Death Metal den längsten Track der Scheibe ausfüllt und so einen starken Kontrast zu den eher fröhlich/hyperaktiven Synthies gibt. Dagegen klingt „El toro“ mit seiner Leichtigkeit wie ein aufgebrachter Zirkus des Wahnsinns (Nightwish – Storytime anyone?). Darauf liegen die Vocals, die alles abdecken. Von punkigem Gekeife über drückende Growls bis hin zu Core-Shouts, Gang-Shouts und verhallte Chöre ist hier wirklich alles dabei und passt sich der aktuellen Stimmung der Songs super an. Dadurch wird die Scheibe natürlich noch weiter aufgefächert. Während anderen Industrial Metal-Bands den einfachen Weg gehen und ihre Synthies für sich sprechen lassen während der Rest der Band auf selbigen reitet, gehen Fear of Domination einen anderen Weg und schaffen so ein an sich schon sehr kraftvolles und durchdachtes Album, das durch die Synthies nur noch etwas abgerundet und Party-tauglicher getrimmt wird.

Was die Jungs von Fear of Domination auf ihrem 4. Album abliefern ist wohl das Beste was ich in Sachen Industrial Metal in letzter Zeit hören durfte. Dabei mischen sie die Industrial-Sounds spielerisch mit allerlei Genres, bleiben aber im Herzen beim Melodic Death, der durch etliches erweitert wird und so ein sehr abwechslungsreiches Stück Musik zaubert. Wer die Jungs noch nicht kennt, sollte sich „Atlas“ unbedingt mal zu Gemüte führen.

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