Meuchelmord – Waffenträger

Cover

Ein alter Bekannter kehrt zurück in diese Hallen. Cernunnos aus Niedersachsen war mit seinen verschiedenen Projekten schon öfter im Fokus meiner Arbeit und auch mit dem neuen Album von Meuchelmord wird sich das nicht ändern. „Waffenträger“ heißt das neuste Machwerk und wird am 31. Mai erscheinen, für meine Verhältnisse bin ich also viel zu früh dran.

Musikalisch geht das Projekt da weiter wo es aufgehört hat, geht konsequent weiter und verbessert sich noch weiter. So entsteht eine dreiviertel Stunde Musik, die monumental, bedrückend, monoton und melancholisch ist. Thematisch zieht es die Truppe diesmal in den zweiten Weltkrieg ohne sich auf blinden Heldenmut und Glorifizierung zu versteifen. Stattdessen wird ein düsteres, leid-geplagtes Bild gezeichnet, die Monstrosität der Grabenkämpfe gezeigt. Nur beim abschließenden „U-Boote vor!“ wird mit dem Text eines alten Soldatenliedes eine heroische, wenn auch düstere Stimmung aufgebaut, bevor die Bonusstücke einsetzen. Dabei setzt Meuchelmord zumeist auf direkten, rohen Black Metal, der mir erhabenen Riffs über das Trümmerfeld fegt und mit seiner Spur Trauer ein beklemmendes Gefühl heraufbeschwört. Dabei geht Meuchelmord hier noch etwas ruppiger vor als auf allen Vorgängern, doch hat sich über die Jahre der Anklang und das bisweilen monotone aus den Depressive-BM-Anfangstagen gehalten und gibt Meuchelmord seinen charakteristischen Sound zwischen schnellem, peitschendem Black Metal und einer zutiefst mitreißenden, packenden und bedrückenden Atmosphäre. Vor allem in „Kaltes Land“ kommt das monotone, beklemmende der Musik voll zur Geltung. Langsam und monoton schleppt sich der Song förmlich über die Zielgerade und bildet so einen doch recht harschen Kontrast zu den sonst schnellen und brachialen Songs. Aber auch in dieser Raserei schafft es Meuchelmord immer den melodischen Grundcharakter zu wahren und streuen hier und da ein paar auflockernde Stakkato-Segmente oder ähnliches ein um den Sound spannend zu halten. Oben drauf legt sich das giftige Keifen von Mastermind Cernunnos, der sich mal wieder großartig durch die direkten Texte keift. Als Bonus zu den restlichen Stücken hat es sich das Projekt nicht nehmen lassen und zwei der Songs noch mal von anderen Sängern (Hrafn von Thy Dying Light und Tyrant von Malum) in der jeweiligen Muttersprache einsingen zu lassen. Schöne Sache.

Wer auf „melodischen Geknüppel“ und düsteren, grimmigen aber melodischen Black Metal mit leichten „Depri-Anleihen“ steht, für den ist das neuste Meuchelmord-Album wie geschaffen. Der Niedersachsen Schwarzmetall schlägt wieder zu und liefert mit „Waffenträger“ ein ziemlich beeindruckendes Stück Musik.

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