Munarheim – Willens & frei

Munarheim - Willens und Frei

Einmal mehr komme ich nicht umhin das neuste Album von Munarheim hier zu präsentieren und mich in den Chor aus positiver Resonanz einzureihen. Nach ihren ebenfalls großartigen Vorgängeralben „Nacht und Stürme werden Licht“ und „Stolzes Wesen Mensch“ legt die Coburger-Kieler Künstlerkooperation erneut eins drauf und präsentiert mit „Willens & frei“ ein Konzeptwerk basierend auf Freundschaft, Inspiration und Naturverbundenheit.

Was Munarheim seit jeher auszeichnet ist das famose Zusammenspiel von harten Gitarren, leichten Black Metal-Anklängen und bombastischen Orchestern. Hier wird nicht ein billiges Keyboard-Genudel auf fertige Songs gepresst, hier wird mit Bedacht ein Gesamtwerk kreiert bei dem die einzelnen Aspekte wie Zahnräder ineinander greifen und genau das zelebrieren sie auf „Willens & frei“ auf einem ganz hohen Level. Die metallische Grundlage bildet hierbei Folk Metal mit Flöten, leichten Black-Metal-Einflüssen, bisschen kratzigen Gitarren und gelegentlichen Double-Bass-Einlagen im ansonsten eher ruhigen Drumming. Immer wieder wird mit dem Tempo gespielt, mal mehr auf Aggression gesetzt, mal die Epik hochgeschraubt und mal… ja mal übernimmt das Piano mit einigen Streichern (wie im Intro von „Mosaik„). Dazu gesellen sich die orchestralen Elemente (vom Keyboard gespielt), die nicht nur für Orchester geeignet sind, sonder sich auch nahtlos an die anderen Instrumente anschmiegen und eine Symbiose eingehen, die man nicht lösen möchte. Es entwickelt sich schnell ein gleichberechtigtes Miteinander in dem mal der eine, mal der andere Teil etwas mehr heraussticht oder das Zepter gleich ganz übernimmt ohne den anderen aus dem Bild zu drängen. Stattdessen wird eine Symphonie mit Gitarren präsentiert. Dazu gesellt sich ein bunter Mix an Vocals, mit Bedacht an die Stimmungen und Thematiken angepasst, der von klarem weiblichen Leads („Auf ihr Gefährten„) über verschiedene Chöre und Einsprengsel bis zu harschen, bissigem Keifen und tief grollenden Growls (u.a. von Robse) reicht und der Geschichte gleich mehrere Stimmen leiht, eine Geschichte, der man gerne immer und immer wieder lauschen möchte. Statt kitschigen Saufhymnen, den immerselben Göttermythen und sonstigem Nonsens erzählt die Band eine ganz eigene Geschichte, die es in der „limited edition“ als Kurzgeschichte im Hardcover-Buch beiliegt und im Download als Hörbuch gleich auch noch dabei ist. Eine Geschichte, die der epischen Musik mehr als würdig erscheint und dementsprechend das i-Tüpfelchen auf einem Meisterwerk bildet.

Wer vom immergleichen Folk Metal-Trott gelangweilt ist und den kitschigen Symphonic-Party-Spaß von Equilibrium in ernst und over the top hören möchte, der muss Munarheim seine Lauscher aufsperren, denn was die 9 Jungs und Mädels hier wieder einmal zaubern ist wie immer über jeden Zweifel erhaben. Sowohl im Symphonic als auch im Folk Metal kam schon sehr lange kein vergleichbarer Album raus. Ist schon jetzt mein Album des Jahres, da wird sich auch nichts dran ändern.

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