Antyra – Pentachronist

art

Heute gibts etwas komplett exotisches, das sich nicht so recht einordnen lassen will. Antyra nennt sich diese illustre Truppe, die sich 2002 unter dem Namen Patrol 17 gründete und sich 2006 umbenannte. Seither erschien eine EP und das Album „Pentachronist„, welches ich mir heute mal anschaue/-höre.

Antyras bisher einziges vollwertiges Album ist unterteilt in 5 Kapitel, die jeweils ein Lied und einen Prolog beinhalten, was zusammen mit dem allgemeinen Intro „Ouvertüre: Quintessenz“ 11 Stücke umfasst und fast 50 Minuten füllt. Musikalisch bietet das Album eine ziemlich sperrige, wenn auch interessante Mischung, die man so nicht oft zu Gehört bekommt und ein Konzept, dass in den Prologen auf kryptische Weise in Worte gekleidet wird. Die Basis des musikalischen Konzepts bildet Metal, der irgendwo zwischen melodischem Heavy Metal und etwas schnellerem, treibenden Thrash angesiedelt ist und damit auch von Anfang an zu überzeugen weiß. Dazu gesellen sich Keyboards, die dem Ganzen einen leichten Gothic und/oder Oper-Vibe mit auf den Weg gibt und es atmosphärisch etwas unterstützt, während sich eingängige Riffs im Galopp in den Gehörgang bohren. Zu diesem sehr melodischen Spektakel gesellen sich die Interlude bzw „Prologe“, die ruhig und bedächtig, oft nur spärlich instrumentalisiert, dafür umso theatralischer vokalisiert, die  Geschichte erzählen. Hier kommt ein Markenzeichen des Bandsounds besonders zur Geltung: der Klargesang, der bisweilen sogar an Opern oder das theatralische der Neuen Deutschen Todeskunst erinnert. Selbiger dient auch als Lead Gesang in den restlichen Stücken und mach die Mischung der Band zu einem einzigartigen Konstrukt, das mich zwar an Bands wie Arbor Ira erinnert, aber doch auf ganz eigenen Beinen steht. Dazu kommen in den Thrash-lasigen Parts ein paar saftige Growls, die noch ein wenig mehr Härte einstreuen. Dazu hält die Band ihr Album mit tonnenweise verrückten, außergewöhnlichen oder einfach interessanten Einsprengseln spannend, wie dem humpa-humpa-Part am Anfang von „Antyra„. Alles in allem wird einem hier nie langweilig, doch braucht es etliche Anläufe bis einem der stilistische Misch-Masch der Truppe aus Leipzig gefallen mag, und bis heute finde ich „Prolog: Terra“ etwas cringy.

Nichtsdestotrotz ist „Pentachronist“ von Antyra ein ziemlich interessantes, fast schon literarisches Werk, das theatralisch, episch und komplett eigen seinen Weg stur beschreitet und dabei mal am Ziel vorbei schießt, meist aber auf seine ganz eigene Weise zu eingängigem, ziemlich packenden Stücken fähig ist. Empfehlung für alle, die keine Scheuklappen haben.

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