Sarcasm Syndrome – Thy Darkness

Sarcasm Syndrome-Thy Darkness-Cover

Manche Bands verschwinden für Jahrzehnte von der Bildfläche, nur um es dann nochmal richtig wissen zu wollen. So auch die Österreicher von Sarcasm Syndrome, die nach 20 Jahren Abstinenz nochmal das Studio enterten und jetzt mit „Thy Darkness“ nicht nur das erste Album rausbrachten, sondern auch gleich mit hoffnungsvollem Blick in die Zukunft schauen.

Sechs Songs finden sich auf dem Debüt-Album der Jungs und Mädels, von denen 2 bereits von ihren Demos aus dem Jahre 1995 bekannt sind und in vermutlich überarbeiteter Form hier präsentiert werden. Die anderen vier sind dagegen brandneu bzw bisher unveröffentlicht (zumindest „Through the Night“ stammt noch von 1997) und füllen so gemeinsam gut 30 Minuten. Musikalisch geht es da weiter wo es in den 90ern aufgehört hat und so präsentiert die Truppe kraftvollen, schweren und doch nicht lahmen Doom Metal mit weiblichem Gesang. Dabei wabert die Musik der Herren nicht träge dahin, sondern setzt auf ziemlich kraftvolle und treibende Riffs, die sich zwar langsam aber doch mit Nachdruck in den Gehörgang sägen. Das Drumming unterstützt das Ganze mit ruhigen, einfachen Rhythmen, die selten aus ihrem Schema ausbrechen, hier und da aber doch Akzente setzen können und der Bass fügt dem Ganzen noch ein bisschen mehr Bumms dazu, was der Energie der Stücke ziemlich zuträglich ist. Während das Ganze genretypisch eher langsam daher kommt, lässt es sich die Band natürlich nicht nehmen hier und da etwas schneller zu werden, etwas komplexere Riffs einzubauen oder auch mal ein kleines Solo einzuflechten oder Death Metal-Einflüsse spielen zu lassen, was das Album konstant interessant hält. Auf dieses doch ziemlich ordentlich einheizende Gebräu setzen sich die Vocals fast etwas entrückt. Diese werden nämlich von leicht verhalltem weiblichen Klargesang dominiert, die den melodischen aber nicht den kraftvollen Aspekt der Musik unterstreicht und unterstützt. Allerdings bringt das einen schönen Konterpunkt und etwas sanfteres, das dem Ganzen auch fast ein opernhaftes Thema hinzufügt und sicher keine alltägliche Kombination ist, weswegen man etwas braucht bis man sich dran gewöhnt hat. Danach passt es jedoch ziemlich gut und verdichtet die Atmosphäre zu einer Mischung aus Düsternis, Erhabenheit und Theatralik was auch durch gelegentlich eingeschobene „Akustikmomente“ noch etwas untermauert wird. Alles in allem eine interessante und feurige Kombination, die Kraft mit Sanftmut verbindet und dadurch ein durchweg spannendes Album zaubert.

Wer auf weiblichen, fast operartigen weiblichen Klargesang steht, aber nicht immer auf Symphonic-Zeug zurückgreifen will, für den dürfte das Debüt von Sarcasm Syndrome gerade recht kommen. Mit seiner Mischung aus sanftem aber bestimmtem Gesang und kraftvollem, drängendem Riffing ist es nicht das 0815-Doom Metal-Album, sondern schafft sich seine eigene Nische, die es ziemlich gut auszufüllen und spannend zu halten weiß. „Thy Darkness“ ist also definitiv ein Ohr wert.

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