Kings Winter – Forging the Cataclysm

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Mit Kings Winter meldet sich das Ehepaar Dahs, das hauptsächlich durch die Bonner Melodic/Progressive Death Metal-Aufsteiger Leviathan bekannt sein könnte, zum ersten Mal mit einem eigenen Projekt zu Wort. Dabei zeigt sich schnell, dass das Duo musikalisch deutlich einfallsreicher und interessanter zu Werke geht als bei der Namensfindung (die Band stammt aus Königswinter, NRW), was sie auf der Debüt-EP „Forging the Cataclysm“ gleich eindrucksvoll beweisen.

Die EP wartet gleich mit 6 Stücken auf, die mit einer Ausnahme fast alle zwischen 4 und 5 Minuten lang sind, wodurch immerhin 25 Minuten Musik ihren Platz auf dem Silberling (oder Download) finden. Das in Eigenregie aufgenommene Werk wurde in einen schön kraftvollen und klaren aber nicht zu ausufernden Mix gekleidet und bildet eine schöne Balance zwischen den einzelnen Aspekten. Nichts sticht unangenehm hervor oder geht im Mix verloren, wobei die Riffs vielleicht noch einen Ticken dominanter hätten sein können, aber das ist dann schon meckern auf hohem Niveau. Musikalisch will sich das Duo keine Grenzen setzen, große Experimente innerhalb der EP gibt es allerdings nicht, doch die braucht es gar nicht, denn die Mischung aus Power/Heavy Metal und modernem Hard Rock ist feurig und spannend genug. Groovende Riffs und treibende, bisweilen auch mal etwas schleppendere Drums treffen auf symphonische Keyboard-Elemente und weiblichen Gesang. Letzterer erinnert dabei immer wieder etwas an Doro, beherrscht aber auch höhere Stimmlagen ohne „Rock-Röhren“-Charakter und weiß  wie man die Aufmerksamkeit auf sich ziehen kann ohne die Instrumente hinten runterfallen zu lassen. Neben groovenden Riffs schleichen sich immer wieder auch ziemlich straighte Heavy Metal-Riffs ein, die dem Ganzen mehr Energie und Wildheit mitgeben während verspielte Soli und 80s Hard Rock der Marke Magnum und ähnliches für noch mehr Abwechslung und Facetten sorgen. Stampfende Rhythmen treffen auf betörende Melodien, dezente Keyboards und groovenden Rock sowie die kraftvolle und facettenreiche Stimme von Jule. Beim abschließenden „A Sailor’s Tale“ treten die beiden dann nochmal auf die Bremse und liefern ein zu großen Teilen akustisches, sich langsam steigerndes Epos, das die Band von einer völlig anderen Seite zeigt und ihren Sinn für Gefühl und Melodie nochmal voll zur Geltung bringt und der EP einen würdigen Abschluss mit Seefahrer-Romantik beschert.

Wer mal wieder Bock auf eine energiegeladene, melodische und interessante Mischung aus melodischem Power Metal, Heavy Metal und Hard Rock mit nicht zu dominanten Keyboards, der ist hier an der richtigen Adresse, denn Kings Winter liefern ein durchweg spannendes und frisches Werk ab, das von vorne bis hinten überzeugt und zum Schluss noch eine Überraschung bereit hält, die sich nahtlos einfügt. Bleibt zu hoffen, dass auf „Forging the Cataclysm“ noch etliche vollwertige Alben folgen werden.

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