Aitvaras – Aitvaras

cover

Heute begeben wir uns mal ins Österreichische Tirol, genauer nach Lienz, denn dort erhebt sich mit Aitvaras (benannt nach einem Naturgeist der Litauischen Mythologie)eine neue Bastion des melodischen Black Metals aus dem Schlaf und veröffentlichte dieses Jahr ihr selbstbetiteltes Debüt-Werk. Viele Infos zur Band lassen sich nicht auftreiben, insofern muss hier die Musik für sich sprechen.

Wie für ein erstes Lebenszeichen üblich wurde auch Aitvaras‚ erstes Album in Eigenregie im heimischen Studio aufgenommen bevor es in den Wiener Echopolis Productions gemischt und gemastert wurde. Wenn man sich die Scheibe aber dann anhört, stellt man fest, dass das Home Studio entweder gut ausgerüstet ist oder der Produzent Überstunden schieben musste, denn an Klangqualität mangelt es nicht. Stattdessen trifft man auf ein ausgewogenes Zusammenspiel der Instrumente, nichts übermäßig roh, schwach oder blechern und mit ordentlich Druck dahinter, der dem melodischen Black Metal der 5 Jungs sehr gut zu Gesicht steht. Druck- und gehaltvoll schleppt der sich nämlich im gediegenen Midtempo durch den Raum und schafft so eine Wand aus stampfenden Drums und Rhythmusgitarre, schwerem, trägen Keifen und verträumten Melodien. Ein Dauerfeuer aus Double-Basst treibt die Songs nach vorne, die sonst Gefahr liefen einfach stehen zu bleiben, dennoch sprühen sie vor monumentaler Kraft und dichter Atmosphäre, die durch die recht hellen Melodien der Lead-Gitarre etwas aufgelockert oder gekontert werden und der Schwere noch einen weichen, verträumten Charme mitgeben. Bei dem eher gemäßigten Tempo wundert es auch nicht, dass die Songs gerne mal die 7-Minuten-Marke überschreiten und damit zu acht mehr als 45 Minuten füllen. Hier und da lassen sich die Tiroler aber doch zu einem höheren Tempo hinreißen und heizen wie in „Mourning Emptiness“ durch die Felswände des Alpenmassivs. Das klingt dann schon mehr nach klassischem Black Metal-Geknüppel, lässt allerdings auch hier die melodische Komponente nicht vermissen und auch die kraftvollen Screams von Sänger Andreas gehen unter die Haut. Als Ausgleich gibt es dann hier und da die Akustische auf die Lauscher bevor Double Bass die Idylle zerreißt. Zum Ausgleich zeigt „Paradise Denied“ nochmal alle Stärken der Band bevor sich mit einem längerem Ambient-Segment verabschiedet wird.

Wer gemäßigten Melodic Black Metal hören möchte, der sollte sich Aitvaras Debüt-Werk zu Gemüte führen. Hier gibt es gelegentlich schnelleres Geknüppel, meist verharrt man allerdings in schwerem Midtempo aus dem nur die Hauptmelodien als heller Schimmer heraussticht und die massive Wand umgarnt. Dazu gesellen sich kraftvolle, grimmige Screams und fertig ist ein Album, das zum einen eine dichte Atmosphäre erzeugt und zum anderen durch interessante Melodien durch seine Geschichte führt.

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