Judaswiege/Moribundo/Sönambula/Barbarian Swords – Tetrarchia Ex Bestia

tetrarchia ex bestia

Heute gibts es die geballte Ladung spanischen Extreme Metals auf die Lauscher, denn Judaswiege, Moribundo, Sönambula und Barbarian Swords haben sich zusammengetan um mit „Tetrarchia Ex Bestia“ ein Split-Album rauszuhauen, das die Bandbreite der spanischen Szene gut in Szene setzt.

Den Anfang machen Judaswiege, die mit ihren 4 Songs gleich mal für das schnellste Brett sorgen und erstmal alles wegfegen was da unschuldig in das Album gestolpert ist. Rasanter Black Thrash wird hier geboten, der mit dreckiger Produktion noch ein gutes Stück härter zuschlägt. Alles ist leicht verwaschen, die Riffs gehen etwas unter und rasseln mehr im Hintergrund ihre furiosen aber eindimensionalen Riffs runter. Wobei eindimensional nicht negativ gemeint ist, denn die Jungs liefern etliches an abwechlsungsreichem und interessantem, das sich jedoch immer als Mix aus 80er Thrash und 90er Black Metal entpuppt und damit eben nichts neues liefert. Doch nicht nur die durchweg gelungenen Riffs überzeugen, auch die Arbeit an den Trommeln und das giftige Keifen von Sänger Dis machen das Zweigespann zu einem mehr als passenden Einstieg in dieses Album, dass im Verlauf nie mehr an dessen Geschwindigkeit heranreichen wird. Danach regiert nämlich erstmal Death Doom in Form von Moribundo und Sönambula. Erstere gehen da etwas langsamer zu werke und schrauben den Doom-Einfluss etwas höher, wodurch ihre Musik zu einem wabernden, düsteren Meer wird, in dem man sich gerne verliert. Produktionstechnisch geht es hier ebenfalls deutlich gehobener zu Werke als bei Judaswiege und so wird mit langsamen, aber kraftvollen und trotzdem melodischen Riffs, einem Hauch Keyboard-Chor und tiefen Growls ein dichter atmosphärischer Teppich gewebt, dem immer wieder mit ein paar schnelleren Segmenten Nachdruck verliehen wird. Hier und da schleichen sich ein paar progressive Strukturen ein, die die Musiker stellenweise etwas zu überfordern scheinen, denn Spielfehler lassen sich ein paar ausmachen. Aber egal, das Gezeigte überzeugt und dreht den Schalter von wilder, jugendlicher Raserei ziemlich gut auf schwerere Walzen. Dem schließen sich dann Sönambula nahtlos an, auch sie liefern ein paar Keyboards, hauptsächlich in den Intros, und schrauben dann aber den Death Metal-Einfluss deutlich hoch, so dass ziemlich viele sogar fast an Metalpunk erinnernde Riffs über die doomige Schwere Oberhand behalten und so druckvoll durch die spanischen Steppen walzt. Damit liegen Sönambula fast schon zwischen den beiden anderen Bands was das Musikalische anbelangt und auch das spielerische Können und Songwriting reiht sich irgendwo zwischen den beiden ein. Insofern kann man hier auch nicht viel falsch machen. Zum krönenden Abschluss liefern Barbarian Swords nochmal zwei richtig schwere, dreckige und atmosphärische Songs. Mit ihrer trägen Mischung aus wilden Black Metal-Schreien, verzerrtem Sludge und schwerem Doom sind die Jungs nicht gerade die Anwärter für die einsteigerfreundlichste Band der Split, schaffen es aber mit der Verzerrung und dem dreckigen Sound des Sludge in Kombination mit old-school Doom Metal ein umso kräftigeres und zäheres Biest loszulassen, das kraftvoll, hier und da etwas schneller, mit etwas Black Metal-Riffing durch den Raum säbelt. Dazu gesellen sich die wilden, fast manischen Schreie von Von Päx, die noch etwas Wahnsinn und Frost in die Songs wehen.

So schließt sich eine gut ein-stündige Split mit Bands, die sich grob in einer Ecke verorten lassen, aber doch extrem verschiedene Geschmäcker bedienen. Keine davon fiel besonders negativ aus der Reihe, bis auf ein paar Spielfehler hier und da. Noch dazu ist keine der Bands älter als 8 Jahre, daher ist die Split eine sehr gute Gelegenheit gleich vier frische spanische Underground-Kapellen anzuchecken, zumindest wenn man eher die extreme Schiene des Metal bevorzugt.

Links:

Judaswiege: Bandcamp    Facebook    Metal-Archives

MoribundoBandcamp    Facebook    Metal-Archives

Sönambula: Bandcamp    Facebook    Metal-Archives

Barbarian Swords: Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    Twitter

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