Xenomorph – Necrophilia mon amour

Xenomorph - Necrophilia mon amour

Heute gehts mal wieder in die Niederlande. Dort fabrizierte die Truppe Xenomorph zwischen 1994 und 2009 ziemlich spannenden und komplexen (nicht technischen) Death Metal was die Burschen auch auf zwei Demos und ebensoviele Alben festhalten konnten. Das letzte Release der Truppe war das 2005er Album „Necrophilia mon amour„, das die Kritiker des öfteren spaltete.

Mit kraftvoller aber doch ziemlich kratzender Produktion werden die Sonds so verpackt, dass ein in der Atmosphäre eher dem Black Metal entliehenes Bild gewoben wird was die Band allerdings auch musikalisch weiter ausbaut. Dennoch erhalten alle Instrumente ihren Platz im Mix, und zwar als gleichberechtigte Teile des Ganzen. Musikalisch gibt es ruppig sperrigen Death Metal, der mal nach Old School klingt, mal progressive Strukturen einbaut, immer wieder abrupt den Rhythmus wechselt und immer wieder auch etwas angeschwärzt aus den Boxen rauscht. Mal donnern die Drums mit rasanten Double-Bass-Angriffen drauf los, mal gehts eher groovy zur Sache, nur Ruhe will nie einkehren. Genauso aggressiv geht es auch bei den Gitarren zu, die mit viel Kratzen und Sägen mal schwere rhythmische Riffs auspacken, mal melodisch aber kraftvoll nach vorne treiben, mal mit Dissonanzen den Black Metal aufleben lassen und mal klassische, tiefe Death Metal-Walzen vom Stapel lassen. Dabei bewahren sie immer dieses Quäntchen Sperrigkeit, das durch häufiges switchen zwischen Akkorden und das Zusammenspiel aus sperriger Produktion und sperrigem Songwriting aufrecht erhalten wird. Etwas im Hintergrund folgt dann der Bass, der den Gitarren noch etwas mehr Tiefe und Bumms mitgibt, aber weder negativ noch positiv besonders herauszustechen vermag. Da sind die Vocals schon markanter, denn die bewegen sich entsprechend der sie unterstützenden Musik mal in heiserem, bisweilen bis ins Wahnsinnige ausartende Scream, mal in tiefen, markerschütternden Growls entfalten. Dazu lassen sie sich hier und da zu ein paar mehrstimmigen Passagen hinreißen und streuen ein paar künstlich verzerrte Elemente mit ein, was der Atmosphäre der Scheibe ebenfalls ziemlich dienlich ist und dem Ganzen etwas dämonisches mit auf den Weg gibt. Dadurch bewegt sich das Album immer wieder zwischen melodischen, eher Black Metal-lastigen und aggressive und progressiven eher Death Metal-lastigen Parts, die aber sehr gut harmonieren. Da sind die gut 45 Minuten schneller rum als einem lieb ist und man fängt an im Booklet zu stöbern und sich zu fragen wie man wohl auf Songtitel wie „Hang ‚Em High on Holocaust Stakes of Frozen Methane“ kommt ohne beim Einspielen lachen zu müssen…

Xenomorph liefern auf ihrem letzten Album eine wundervolle Mischung aus melodischem Black Metal und progressivem Death Metal, das trotz seiner Sperrigkeit gut ins Ohr geht und dabei auch noch kurzweilig und atmosphärisch daher kommt. Fans von Black/Death sollten „Necrophilia mon amour“ mal anchecken und vielleicht ein paar Durchgänge auf sich wirken lassen. Sehr starke Scheibe.

Links:

Bandcamp    Metal-Archives

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