Necare – Ruin

Necare - Ruin

Heute gibts mal wieder ein älteres Album für euch, denn das amerikanische Duo Necare hat mit „Ruin“ 2004 einen echten Geheimtipp abgeliefert, den ich euch natürlich nicht verschweigen kann. 1997 gegründet veröffentlichte die Band zunächst 3 Demos bevor „Ruin“ das Licht der Welt entblickte und gleichzeitig das vorläufige Ende der Band einläutete. Die beiden Musiker entschlossen sich nämlich kurz nach Veröffentlichung dazu das Projekt fürs erste auf Eis zu legen und sich auf andere Projekte zu konzentrieren, aktueller Stand: keine Neuigkeiten.

Aber zurück zum Hauptthema des Abends. 9 Songs haben die zwei Burschen auf die CD gepackt welche mit Längen zwischen 3 und fast 14 Minuten auf eine gute Stunde Material kommen. Hierbei frönen sie dem schleichenden Verfall, der Melancholie und der Hoffnungslosigkeit, die sie in betörenden, schweren und packenden Death Doom Metal kleiden. Die Produktion vereint dabei die treibende Kraft und Energie des Death Metal ziemlich schön mit der Schwere der Doom und dem melancholischen Keyboardspiel, das immer wieder durchschimmert. Dementsprechend wird man von der Musik förmlich erschlagen und in ein dichtes Gebilde aus Verzweiflung und Unbehagen hineingezogen, das durch sanfte Keyboard-Linien immer wieder kleine melancholische „Hoffnungsschimmer“ gestreut werden. Schwere Riffs dröhnen sich schleppend voran während sich leises und langsames Schlagzeugspiel eher bedeckt hält und sorgt nur für eine leichte Orientierung im Sound der Jungs. Einen deutlich stärkeren Einfluss hat da schon das Keyboard. Selbiges traut sich hier und da sogar komplett das Ruder zu übernehmen und in ruhigen Parts (v.a. den Interludes) eine dichte Atmosphäre und starke Melancholie aufzubauen, meist jedoch unterstützt es die schweren Riffs indem es im Hintergrund ein paar filigrane Melodien und Spannungsbögen einwebt, durch die die Scheibe noch ein ganzes Stück an Tiefe dazugewinnt. Dazu sorgt es mit einigen orientalischen Spielereien und ähnlichem für ein gutes Maß Abwechslung. Aber auch die Riffs an sich sind nicht eintönig oder langweilig, denn neben schwerem Stampfen und langsamem, kraftvollem Dröhnen finden sich immer wieder leichtere Elemente in denen auch mal ein paar interessante Melodien und Spielereien zu finden sind, die man so zunächst nicht erwartet hätte, sich aber sehr gut ins Gesamtbild einpassen. Obendrauf passen dann auch noch Vocals, die sich meist in verhallten und sich etwas versteckenden Growls äußern, in Songs wie „Gethsemane“ aber auch etwas experimenteller werden indem beispielsweise verstärkt auf sich überlagernde mehrstimmige Spoken Words gesetzt wird oder ähnliches. Dadurch hängt dem Material nicht nur etwas „geheimnisvolles“ und rituelles an, sondern die an sich schon dichte, tiefdunkle Atmosphäre wird um eine weitere Ebene erweitert. So treibt man durch eine Stunde purer Verzweiflung, Dunkelheit und wird am Ende mit einem Schimmer Hoffnung, die doch nur vergebens war, wieder in den Alltag entlassen.

Wer auf richtig schön dichten, atmosphärischen und melancholischen Death/Doom steht, der kommt mit dem einzigen Album der amerikanischen Band Necare voll auf seine Kosten. „Ruin“ steckt nicht nur voller schwerer und kraftvoller Riffs, sondern zeigt sich immer wieder auch von seiner sanften Seite ohne seine Atmosphäre zu zerstören. Den beiden ist hier ein wundervolles Zusammenspiel aus drückender Schwere und betörenden Melodien gelungen, das dieses Album zu einem absoluten Geheimtipp macht.

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