Victims of Contagion – Lamentations of the Flesh Bound

246-1.jpg

Heute segeln wir mal zur anderen Seite des Atlantik, denn Victims of Contagion haben mit „Lamentations of the Flesh Bound“ ihr erstes Album in 14 Jahren Bandgeschichte veröffentlicht. Zuvor machte das Quintett aus Pennsylvania nur durch eine EP (2014) auf sich aufmerksam, dementsprechend wenig gibts es über die Jungs zu berichten. Dafür gibt es auf dem Album gleich mal die volle Breitseite einer Band, die offensichtlich weiß wie man Musik macht.

Die Produktion ist glasklar und klingt nach typischem moderneren Death Metal. Kein Kratzen, kein Rauschen, dafür ein kraftvoller Sound mit guter Produktion in der alles auf einander abgestimmt ist und auch im Mix kommt jeder Aspekt und jedes Riff auf seine Kosten. Musikalisch geht es schon weniger „klar“ zu, denn mit komplexem Technical Death Metal braucht man etwas länger um den Hörer zu umgarnen. Schwierig zu spielende Riffs und vor allem Soli treffen hier auf stumpf stampfenden Death Metal und liefern so ein Spiel mit den Extremen. Gelegentlich wird der Mix von stakkato-Riffs etwas vorangetrieben bevor wieder ein konstanter Wechsel zwischen verschiedensten Riffs und Drum-Rhythmen stattfindet, wobei irgendwo auch noch ein roter Faden eingehalten werden muss. Dabei ist es gar nicht so leicht den zu finden, immerhin bricht ein Sturm aus Wechseln und Ideen auf einen ein, dem man nicht so schnell entrinnen kann. So gibt es dann hier und da noch ein paar kleinere Slam-Parts und ein paar leichte Thrash-Einflüsse zu hören, die allerdings nicht großartig zur Eingängigkeit des Albums beitragen können. Nichtsdestotrotz ist die Scheibe mit ziemlich geilen und spannenden Riffs gefüllt, die immer wieder gut aufgelockert werden, dazu stampfenden Death Metal der älteren Schule und auch bei den Vocals wird nicht gegeizt. Hier bekommt man neben klassischen tiefen Death-Growls auch ein paar harschere Screams auf die Lauscher und Gang Shouts sind hier und da auch zu vernehmen, je nachdem welche Einflüsse gerade vorrangig sind. Nach der Hälfte des Albums hat man sich dann auch an das Gedresche gewöhnt, zumindest ich, der mit dem Genre wenig Kontakt hat, und beginnt mehr und mehr zu verstehen und zu genießen. So trifft es sich dann gut, dass im 12-minütigen „Ausklang“ „Autophagous Horizons“ nochmal die volle Breitseite alles Einflüsse zum Besten gegeben wird und nochmal das volle Potential der Bandmitglieder ausgeschöpft wird. Damit endet dann ein gut 40-minütiger Ritt durch die komplexen weiten des Tech Death und man bleibt ziemlich überfahren, aber doch irgendwie zufrieden zurück.

Freunde des sehr technischen Death Metals dürften bei Victims of Contagion’s Debüt „Lamentations of the Flesh Bound“ voll auf ihre Kosten kommen, während der Laie doch eine gewissen Gewöhnungszeit braucht bis man sich mit den wirren musikalischen Ergüssen vertraut gemacht hat. Am Ende gefällt es dann aber doch, vor allem durch die immer wieder eingestreuten klassischen Death Metal-Segmente.

Links:

Bandcamp    Facebook    Instagram    Metal-Archives    ReverbNation    SoundCloud    YouTube

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s