Snake Tongue -Raptor’s Breath

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Ich muss ehrlich sein: Hardcore gefällt mir normalerweise überhaupt nicht, keine Ahnung wieso. Aber was die Schweden von Snake Tongue auf ihrem 2016er Debüt „Raptor’s Breath“ vom Stapel lassen, dass kann ich mir gut anhören. Um das Jahr 2014 gegründet dauerte es nur gut 2 Jahre bis das Quintett aus Linköping einen ersten Silberling sein Eigen nennen konnte. Danach zog die Truppe durchs Europa und spielte unter anderem mit den Mexikanischen Hardcore-Urgesteinen Massacre 68. Jetzt meldete sich die Truppe mit einer EP und anschließenden Tour zurück, doch ich kümmere mich erstmal um ihr Debüt-Album.

Schon gleich beim Titelstück und Opener gehen die Jungs voll aufs Ganze und zelebrieren ihren „Raging Hardcore“ in aggressivster Manier. Dabei kommen dann 27 Minuten an modernem Hardcore heraus, die sich sowohl durch technische Versiertheit und musikalisches Können als auch durch eine ungebändigte Wut und rohe Wildheit auszeichnet und damit zu einem sehr kurzweiligen und intensiven Klangerlebnis anschwellen. Versierte und kraftvolle Riffs treffen auf stampfenden Hardcore, rasante Drums und ein Stimmorgan, das seiner Wut freien Lauf lässt. Von der Technik her klingt das dann gerne mal nach Thrash, bleibt aber musikalisch immer im Hardcore-Verwurzelt. Hier und da mutet die Raserei schon fast etwas grindig an, dringt aber nie tiefer in das Subgenre vor. Stattdessen wird vermehrt Fokus auf eine vielfältige Riff-Auswahl gelegt, die mal stur punking rausgerotzt wird, mal technisch anspruchsvoll und mal thrashig daher kommt und dabei von der Produktion noch so viel Kraft und Aggression mitkriegt, dass einem schier die Ohren weggerissen werden. Ein dicker, schwerer Sound kommt da auf einen zu, der von der Wucht und Dichte her eher in Richtung Crust oder ähnliches tendiert, dazu schleichen sich immer wieder ein paar Kratzer und Störgeräusche ein, die natürlich zum einen gut zur Punk-Attitüde passen, sich aber auch in den Kontext des Albums gut einfügen. Glücklicherweise gibt es nicht 30 Minuten stur aufs Fressbrett, die punkigeren Segmente sorgen für einen leichten Ausgleich und auch ein paar ruhigere Verschnaufpausen haben es auf das Album geschafft. So zu hören beispielsweise in „Lashes„, der als schwere Brocken, der fast schon an Sludge erinnert, daher kommt und eher im mittleren bis langsamen Tempo unterwegs ist, dafür nicht weniger kraftvoll daher kommt. So gestaltet sich die Scheibe abwechslungsreicher als gedacht, liefert viele interessante und spaßige Riffs, nen fetten Batzen Aggression und genug Facetten um auch mehrere Durchläufe Spaß zu machen.

Wer also Bock hat auf modernen Hardcore der aggressiveren Spielart, der sollte bei den Schweden von Snake Tongue und ihrem Debüt-Album „Raptor’s Breath“ dringend mal reinhören. Und das sage ich als jemand, der Hardcore nicht mag. Hier ist der Name Programm, bietet viel Hass, aber eben auch eine Menge auflockernder Einflüsse, technische Versiertheit und ne fette Produktion. Läuft!

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