Golgota – Skam

250-1

Bleiben wir doch gleich in Nordeuropa, doch wechseln von Finnland nach Schweden wo Golgata vor kurzem mit „Skam“ ihr erste Album herausbrachten. Seit der Gründung im Jahr 2014 scheinen die beiden unbekannten Musiker, die sich nur als Spokesman 1 und 2 bezeichnen an diesem Werk getüftelt zu haben. Ich muss sagen, die 5 Jahre haben sich aber auch gelohnt.

Was Golgata auszeichnet ist, dass sie sich zwar auf den melodischen schwedischen Sound einlassen, ihrem Black Metal aber zum einen noch ein dickes Stück Demo-/Höhlensound zugestehen und ein paar epische Chöre a la Batuska einbauen. So verschwimmen die Instrumente meist stark ineinander und lassen sich schlecht einzeln raushören, gleichzeitig sägen die Gitarren im Hintergrund ordentlich und auch die Vocals sind selbst im epischsten Abschnitt nicht wirklich klar. Dadurch entsteht ein dichtes, finsteres Monstrum, das sich bedrohlich über dem Hörer aufbaut und in guter 90er Manier der Finsternis huldigt. Doch gibt es nicht nur pure Finsternis, denn pure Raserei findet sich selten, tremolo-Riffs und Blast Beats finden sich ebenfalls eher selten, stattdessen zeigt sich das Album überraschend melodisch, vor allem was die Riffs angeht. Aus dem Sound“brei“ erheben sich immer wieder Melodien, die einen aufhorchen lassen, mal melancholisch mal düster-bedrohlich angerauscht kommen und so die Atmosphäre noch weiter verdichten und das Album gleichzeitig eingängiger und leichter verdaulich gestalten. Auch bleibt das Album überwiegend im langsamen oder mittleren Tempo stehen, so dass die Riffs schwer und finster aus den Boxen wabern. Nur gelegentlich wird ein Blast Beat oder ähnliches Rausgehauen und das Tempo angezogen. Obendrauf legt sich dann noch ein etwas okkulter Schleier, was nicht zuletzt von den epischen, orthodox klingenden Gesängen liegt, die hier und da zum Einsatz kommen und etwas nach Batushka aber gleichzeitig auch nach Bathory’s „Hammerheart„-Stil klingen. Dadurch wird das Album zu einem kleinen Ritual und sorgt nochmal für ein paar interessante Tupfer, die aus dem Sound etwas herausstechen. Den überwiegenden Teil des Gesangs dominieren allerdings scharfe, verhallte Schreie der alten Schule, die grimmig durch die Finsternis schneiden.

Wer auf schön dreckigen und extrem dichten Black Metal mit dem nötigen Bisschen Melodie und Okkultismus, der sollte sich unbedingt „Skam“ von Golgata anhören, denn was die beiden Schweden auf ihrem Debüt abliefern steht erhaben zwischen 90s und Moderne, mixt dichte Finsternis mit orthodoxen Gesängen und schafft es trotz „matschigem“ Demo-Sound mit seinen Instrumenten Akzente zu setzen.

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