Trond – Willkommen im Unheil

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Fischen wir mal wieder in heimischen Gewässern und befassen uns mit einem frisch gegründeten Ein-Mann-Projekt aus Brandenburg, namentlich: Trond. Dieses Projekt vom Wulfgar und Metamorph Mastermind veröffentlichte vor ein paar Monaten sein Debüt-Album „Willkommen im Unheil“ und legt damit schonmal ein ordentliches Brett vor.

Schon allein das Artwork der Scheibe ist es wert, dass man mal reinhört, bereitet es einen doch gut auf das drohende Unheil der Scheibe vor. Selbiges Unheil entfaltet sich dann recht schnell, nach kurzem Ambient-Einklang geht es nämlich direkt los mit ordentlich geknüppel und dissonantem, leicht chaotischem und rohem Black Metal, der sich im Verlauf als deutlich Vielschichtiger entpuppt als anfangs gedacht. Die Produktion bleibt aber durchweg ruppig und kratzig, passt damit aber perfekt zur Atmosphäre der Scheibe und sorgt für einen dichten, verstörenden Soundteppich. Dissonante Riffs mit dicht gewebtem Sound treffen auf ruhigere aber ebenso verstörende und frostige Momente, immer wieder schleichen sich ein paar melodischere Part ein, die dann meist von einem düsteren Keyboard im Hintergrund verdichtet und begleitet werden, dazu gesellen sich ordentlich trümmernde Drums mit fetten Blast Beats und rumpelndem Gedresche. Dabei entsteht eine durchweg bedrohliche und frostige Atmosphäre, die durch die eingestreuten „melodischen“ Riffs etwas mehr Tiefe und Vielschichtigkeit dazu gewinnt und sich so auch auf emotionaler Ebene Zugang zum Hörer gewinnt. Es gibt also dreckigen, rumpelnden, aber hier und da einschmeichelnden Black Metal der alten Schule auf die Lauscher und das setzt sich auch bei den Vocals fort, die sich mit röchelndem Keifen, kratzendem Sound und gelegentlichem leicht chaotischer Mehrstimmigkeit tief unter die Haut säbeln. Somit füllt sich eine gute dreiviertel Stunde mit räudigem Old-School Black Metal mit ruppiger lo-fi Produktion und frostigem, bisweilen chaotischem Sound, der immer wieder kleine „Lichtblicke“ zu bieten hat.

Trond erfindet den Black Metal nicht neu, bei weitem nicht. Dennoch liefert das Ein-Mann-Projekt aus Brandenburg ein durchweg starkes Album ab, dass mit rohem Charme, dissonanten Riffs, verstörender Atmosphäre und einem Hauch Melodik zu überzeugen weiß. Songs wie „Kinder im Herzschlag der Erde“ oder „Nimmermüde Dunkelheit“ zeigen eindruckvoll wie Trond mit verschiedenen Geschwindigkeiten und Einflüssen ein druckvolles, hasserfülltes Album zaubern kann.

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