Nenuial – Zwielicht (Schattenwanderer)

Nenuial - Zwielicht

Mit „Zwielicht (Schattenwanderer)“ meldete sich vor kurzem das vor einigen Jahren gegründete Ein-Mann-Projekt Nenuial aus dem finsteren Bayern erstmals zu Wort und gewährt damit einen ersten Einblick in seine Welt voller Okkultismus. Nichtmal das Gründungsdatum des Projektes lässt sich mit Gewissheit sagen, denn da scheint sich die Band selbst nicht einig zu sein. Sowohl 2011 als auch Mai 2013 stehen hier zur Auswahl.

Zelebriert wird hier düsterer, kühler und spiritueller Black Metal der alten Schule, roh, melancholisch und hypnotisch. Man sollte hier also nicht allzu viel Abwechslung erwarten oder? Ganz so einfach ist es nicht. Zwar besteht ein Großteil der Songs aus sturgeradem Drumming, das selten mal in rasanten Blasts, oder in langsamen Grooves ausartet, sondern stumpf seinem eingeschlagenen Weg folgt sowie „eintönigen“, einfachen Riffs mit Hang zu melancholischen Melodien und Verläufen, doch immer wieder streut der Herr aus Bayern ein paar Darkthrone-Einflüsse ein durch die die Songs ein gutes Stück an Black’n’Roll Ästhetik aufsaugen. Auch werden die Songs immer wieder mal etwas fordernder und aggressiver, kurz bäumt sich die Musik zu einem schwarzen Hassbatzen auf um danach wieder der depressiven, hypnotischen Monotonie zu frönen. So klingt das ganze oft wie die philosophischten Momente von Nargaroth, nur etwas räudiger, dreckiger und kühler. Dem stehen auch die Vocals in nichts nach, die sich relativ leise und eisig gehaucht um den Hörer schmiegen und für Gänsehaut und Unbehagen sorgen. Dominant ist was anderes, doch füllen sie mit eisiger Kälte und etwas Verzweiflung den Raum zwischen den Instrumenten und geben so dem Ruppigen, dem Rockigen und dem Atmosphärischen Raum sich zu entfalten ohne die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. So bieten fünf Songs in Überlänge ordentlich Abwechslung und eine kühle, spirituelle Hörumgebung und der man sich schön verlieren kann und die einem gerne mal einen Schauer über den Rücken laufen lässt.

Nenuial’s erstes Lebenszeichen setzt gleich mal ein Ausrufezeichen in Sachen Old School-Schwärze, bedient sich bei Altbekanntem und mischt hier und da ein paar rockige Darkthrone-Momente ein. Dabei liegt das Hauptaugenmerk allerdings auf monotonem, melancholischem und manchmal aggressivem Gitarrenspiel und passenden Drums denn auf bissigen, dominanten Vocals. Diese dienen lediglich als eisiger Hauch aus dem Hintergrund, was aber auch sein Ziel nicht verfehlt. Für Fans von klassischem, melancholischen Black Metal dürfte „Zwielicht (Schattenwanderer)“ also genau ins Jagdrevier passen.

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