Mirror of Deception – The Estuary

The Estuary Cover

Heute gibts mal wieder einen „Geheimtipp“ aus den heimischen Landen. Doomheads sollten mit dem Namen Mirror of Deception etwas anfangen können, immerhin ist es eine der beiden ältesten noch aktiven deutschen Doom Metal-Kapellen und seit 1990 aktiv. An allen anderen dürfte das in Eigenregie veröffentlichte fünfte Album der Truppe letztes Jahr vermutlich vorbei gegangen sein. Das sollte sich allerdings dringend ändern, weswegen ich euch heute „The Estuary“ vorstellen möchte, den das Baden-Württembergische Quartett letztes Jahe auf ihre Fans losgelassen hat.

Ihren Stil beschreibt die Band als „Unorthodox Doom Metal“ und joa, nach Sabbath oder Saint Vitus klingt die Musik nicht wirklich. Da kommen einem Bands wie Warning/40 Watt Sun schon eher in den Sinn, denn was die Jungs hier zelebrieren sind 45 Minuten und 8 Songs voller betrübender Schwere, betörendem Klargesang und einem ausgeprägten Melodiegefühl, dass es einem ins Ohr rauscht wie Öl. An der Produktion lässt sich kein Makel finden, aber nach gut 20 Jahren sollte man auch wissen wie die eigene Band auf Platte klingen muss. Nichtsdestotrotz freut es mich natürlich, dass die Produktion ordentlich Druck dahinter hat, sich alles schön ineinanderfügt und man die ganzen verstreuten Details gut raushören kann, wobei hier und da eine harschere Kante gezeigt wird. Das passt auch extrem gut zur Musik der Herren, die sich als extrem schwere, aber auch sehr melodische Sache entpuppt. Schwere Gitarrenriffs gepaart mit noch schwererem Bass treffen auf gemächliche aber bestimmte Drums und schneiden langsam ihre Kerben in die Sanduhr der Zeit. Energiegeladen treiben sie die Songs nach vorne und sorgen immer wieder für etwas Auflockerung und für das nötige Bisschen Energie. Hier und da kommen ein paar rockige Einflüsse zum Vorschein, gelegentlich erinnert das ein wenig an staubigen Stoner, im Herzen bleibt die ganze Sache aber tief im Classic Doom verwurzelt. Kraftvolle Riffs brauchen aber auch mal einen Ausgleich und so dominiert gesanglich sehr emotionaler und melodischer Klargesang, der doch sehr stark 40 Watt Sun erinnert…nur eben ohne das „Sadguy“ Image, sonder immernoch mit Energie und Pepp. Noch dazu werden immer wieder mehrstimmige Parts eingestreut, die der wirklich betörenden Stimme von Leadsänger Michael. Gepaart mit der Instrumentation bildet das eine herrliche Symbiose aus Emotion, dichter Riffwand, Melodik und spannendem Songwriting, das immer wieder ein paar kleine Schmankerl zu bieten hat.

Ihr seid auf der Suche nach traditionellem Doom mit einem eigenen Sound, etwas das auf klassischem Doom aufbaut, sich aber jung, frisch und interessant gestaltet? Mirror of Deception liefern euch den Soundtrack zum Schwelgen und Träumen, denn „The Estuary“ ist wohl das beste Doom Metal-Album, das ich seit Langem zu hören bekommen habe. Eingängig und doch vielschichtig, dazu energiegeladen und beruhigend, einfach eine spannende und packende Mischung. Ich mag keinen Doom, aber….

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