Ragnell – Rebirth in Darkness

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Nach dem Heimspiel fliegen wir mal wieder über den großen Teich nach Mexiko, wo sich das Trio Ragnell 2011 formierte und seitdem die Black und Death Metal-Gemeinde dort aufmischt. Seither wurden zwei EPs und zwei Alben veröffentlicht und 2015 der Drummer ausgewechselt. Dabei ist das neuste Album „Rebirth in Darkness“ gar nicht so neu wie es aussieht, immerhin waren 5 der 9 Songs auf der gleichnamigen EP, die letztes Jahr das Licht der Welt erblickte und zwei auf der ersten EP von 2013. Nichtsdestotrotz ist das Album mindestens ein Ohr wert.

Ragnell zelebrieren auch auf ihrem zweiten Album eine dreckige, kalte und ziemlich Black Metal-lastige Mischung aus Black und Death Metal. Mit ruppiger, oft etwas übersteuernder Produktion liefern die Jungs ein tiefschwarzes Brett aus Dunkelheit und Hass, das hauptsächlich über dissonante Riffs, Blast Beats und grimmiges Gekeife kommuniziert, aber auch interessante Ausreißer parat hat. Kalt und scharf heizen die Riffs durch die Nacht, immer wieder unterbrochen durch ein paar fast schon melodische, bisweilen erhabene Parts, ein paar ruhige Päuschen zum Innehalten und ein paar schwerere, mehr walzende Death Metal-Parts hier und da. Unterstützt wird das durch Dauerfeuer an der Bass Drum, gefolgt von einigen Blast Beats und hier und da seichterem Geknüppel am Schlagzeug sowie ein paar tieferen Tönen vom Bass, die aber weniger ins Gewicht fallen wollen. Alles in Allem zeigt sich die Instrumentalfraktion aber deutlich abwechslungsreicher als gedacht. Mal klingen die Songs wie aus den späten 90ern, dann etwas moderner, mal eisig und grantig, dann wieder sehr melodisch und angenehm, während immer wieder Death Metal-Einflüsse für etwas mehr Druck und Wumms sorgen. Auch die Riffs zeigen sich abwechslungsreich, ändern sich relativ häufig und halten so das Album spannend und vielschichtig. Dazu die Vocals, die hauptsächlich zwischen tieferen Growls und giftigem Keifen schwanken und beides gut zur Geltung bringen, hier und da auch mal beides gleichzeitig. Dazu kommen in „Bath in the Blood of the Priest“ ganz überraschend chorische Elemente und spirituelle Gesänge. Auch die beiden Bonus-Songs von der Debüt-EP fließen ziemlich flüssig in den Albumkontext mit ein, sind aber deutlich Death-Metal-lastiger und etwas schlechter produziert als der Rest.

Ragnell liefern auch auf ihrer jüngsten Veröffentlichung ziemlich starken Black/Death Metal mit abwechlsungsreichen Riffs, spannenden Songs und ordentlich Feuer unterm Hintern. Zwischen 90er Black Metal und Old-School Death zelebrieren die drei Mexikaner eine schwarze Messe mit viel Eis, Dunkelheit und Aggression. Dabei verfallen sie aber nie in stupide Raserei sondern setzen mit ein paar Melodien gezielt schöne Akzente in der Tristesse der Mexikanischen Eiswüste. „Rebirth in Darkness“ ist damit absolut zu empfehlen.

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