Luna – Luna

cover

Vom Süden geht es heute wieder mal in den Osten Europas. Luna, das Ein-Mann-Projekt von DeMort aus der Ukraine, bescherte uns nämlich dieses Jahr mit einem neuen Album. Dieses ist bereits das vierte in der 6-jährigen Bandgeschichte, in der sich auch noch Platz für eine EP und ein paar Splits fand. Das neue Album ist selbstbetitelt und mit gerade mal drei Songs versehen, was für die Band allerdings nicht ungewöhnlich ist, denn erneut setzt man auf Songs, die schonmal an der 20-Minuten-Marke kratzen. Insofern passt das Album schonmal gut in die Diskographie.

Auch musikalisch reiht sich die Scheibe nahtlos ins Bandkonzept ein. Die drei Songs erstrecken sich über stattliche 50 Minuten und ziehen den Hörer in ihre langsame, träge aber monumentale Welt aus Funeral Doom und Symphonie. Ultraschwere Riffs wummern kraftvoll umher, walzen förmlich alles nieder was ihnen im Weg steht. Diese erhalten auch immer wieder ein paar Death-Metal-Einflüsse, was dem Ganzen noch mehr Energie und Druck verleiht und so zu einer genretypisch schwer verdaulichen Suppe wird. Hier und da gesellt sich ein kraftvoller Schlag der Drums dazu, das sich aber eher seicht im Hintergrund hält. Auch die schweren, trägen Riffs stehen hier nicht so ganz im Zentrum, auch wenn sie für einen Großteil der dichten Atmosphäre und für alles Intensive, Packende und Erdrückende der Scheibe zuständig sind. Nein, das Hauptaugenmerk des Albums liegt auf trüben, tristen, aber doch immer wieder etwas in Melodien schwelgende Symphonien, Orchestrationen und Piano-Einlagen, die dem Harschen, Bedrohlichen etwas an Macht rauben. So baut sich Stück für Stück eine zauberhafte Reise durch Melancholie, Trauer und Schwere auf, die sich regelrecht auf die Seele legt. Dazu kommt, dass Lied Nummer 2 gleich ganz auf den Funeral Doom verzichtet und komplett Orchestral daher kommt. Dabei wird auch gleich komplett auf Gesang verzichtet, der vermutlich tiefere Growls über das Album hätte regnen lassen. So sprechen die Instrumente allerdings für sich und das machen sie echt ordentlich. Ich bin absolut kein Fan von Funeral Doom, das meiste ödet mich einfach nur an, doch Luna mit seinem orchestralen Ansatz gepaart mit Funeral Doom, das hat schon was. So vergehen die 50 Minuten wie im Flug, zumal sich hier und da mal kleinere Ausreißer, wie das schnellere und fast progressiv wirkende Riffing in der Mitte des dritten Songs, den schwarzen Reigen auflockern und auf Albumlänge die Spannung aufrecht halten.

Wer schweren, düsteren und packenden Funeral Doom hören möchte und sich auch für melancholische Streicher und Piano-Einlagen begeistern kann, der darf bei Luna getrost zuschlagen. Die beiden Welten verschmelzen auf diesem Album sehr schön und formen so ein intensives und packendes Abenteuer auf das man sich sehr gerne einlässt. Vor allem, da es durch die schnelleren Death Metal-Einsprengsel nicht so eintönig wie der normale Funeral Doom daher kommt.

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