Children of Seraph – Warriors of Light

Warriors of Light

Die US-Amerikaner von Children of Seraph waren bereits mit ihrer Debüt-EP von 2015 auf meinem Blog vertreten, ist allerdings schon etwas länger her. Grund genug mir das Debüt-Album der Jungs aus Seattle nochmal zu Gemüte zu führen. Veröffentlicht wurde die Scheibe 2016 und enthält neben den Songs der EP noch eine ganze Reihe neuer Songs, wodurch „Warriors of Light“ für Fans der EP schon von vorneherein zum Pflichtalbum wird. Seit Ende 2017 herrscht allerdings Funkstille von Seiten der Band, die Facebook-Seite wurde sogar gelöscht. Eine Fortsetzung ist daher eher unwahrscheinlich….

Musikalisch bietet das Album vor allem eines, schönen US-Power Metal der alten Schule mit modernen Anklängen. Das fängt schon bei der Produktion an, die zwar etwas schwach auf der Brust ist, aber die Riffs genauso schön in Szene setzt wie die Keyboards und alle anderen Instrumente. Ein wenig mehr Energie hätte der Sache zwar nicht geschadet, aber bis auf ein paar Abzüge in der B-Note fällt das kaum ins Gewicht. Dafür ist es musikalisch zu ausgereift und mischt melodische aber energetische Riffs mit stürmischem Drumming und sehr melodischem Gesang. Dabei ergänzen sich die epischen Lead-Gitarren und die harscheren Rhythmus-Läufe schon ziemlich gut und sorgen sowohl für Energie als auch spielerische Filigranität. Immer wieder lösen sich epische Soli und treiben die Songs nochmal zu Höchstleistungen an, während die Drums im Hintergrund teilweise recht anspruchsvoll agieren, oft aber nur mit Double-Bass nach vorne preschen und so noch etwas Geschwindigkeit dazupacken. Unterstützt werden sie dabei vom Bass, der aber auch den Gitarren immer mal wieder zu folgen weiß um selbigen noch etwas Wumms zu verleihen. Zu diesem schon ziemlich packenden Reigen gesellen sich Keyboards, die sich vergleichsweise dezent im Hintergrund halten. Hier gibts keinen überbordenden Kitsch wie bei ihren europäischen Kollegen, sondern ein paar orchestrale Einsprengsel hier und da, gefolgt von ein paar modernen Einflüssen, was manchmal auch etwas nach Arena Rock klingt. Daran sind aber nicht in erster Linie die Keyboards sondern der Gesang schuld. Der präsentiert sich in einer Genre-untypischen Stimmlage und würde auch sehr gut zu einem sanfteren Stoner Rock-Album oder besagtem Arena Rock der bluesigeren Art passen. Das wissen aber die Instrumente gekonnt zu unterstreichen und werden auch immer wieder mal etwas rockiger, statt stur auf Metal-Riffs zu setzen. So kreieren die Jungs aus Seattle ein ziemlich schön rockiges Power Metal-Album, in dem nur der Titelsong mit seiner ziemlich progressiven Art und Länge zwar aus dem Rahmen, aber nicht negativ auf fällt. Zudem ists der letzte Song auf der Scheibe, da kann man nochmal etwas ausgefallen werden.

Wer also klassischen US Power Metal mag, der sollte bei Children of Seraph mal ein Ohr riskieren, denn sie stechen mit ihren Stoner-Vocals und dem rockig-leichten Charakter der Songs aus der Masse hervor und überzeugen mit spannendem Songwriting, schönen Keyboards und ordentlich Melodie. „Warriors of Light“ ist ein durchweg gutes Album, bei dem es eigentlich schade ist, dass es wohl das Erste und Letzte der Band bleiben wird.

Links:

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