Celtefog – Outlands

Celtefog - Outlands

Celtefog is fucking back! Das griechische Mastermind Archøn beschert uns zwei Jahre nach der EP „A Faded Wisdom“ mit einem neuen Meisterwerk des heidnischen, naturmystischen Black Metals, das zu meinen absoluten Jahreshighlights zählt. Erstaunlich wie es der Herr aus Alexandria, der seit kurzem in der Schweiz lebt, es jedes mal aufs neue schafft, seine vorigen Werke zu übertreffen.

Celtefog versteht es seit jeher großartige Melodien mit atemberaubenden Atmosphären zu verbinden und schafft dies auch hier, was nicht zuletzt an der dichten, kratzigen Atmo Black-Produktion liegt, die dicht, schwer und frostig daher kommt, immer mal etwas rumpelt, aber die Melodien richtig schön zur Geltung kommen lässt…und das Rumpeln ist absolut positiv gemeint, denn es verleiht den Drums einen schön organischen, fast warmen Sound, der sich wunderbar einfügt. Selbige wechseln immer wieder zwischen sanftem Drumming in den ruhigen Passagen, liefern meist aber brachiale Blast Beats und Double-Bass Action um die Songs so richtig nach vorne zu peitschen, immer wieder werden auch ein paar punkigere Beats eingestreut. Das Hauptverkaufsargument der Band liegt aber beim Riffing, denn das bläst mal so alles weg was nicht bei drei auf dem Baum ist. Ein dichter Riffteppich im Hintergrund sorgt für eine dichte, düstere Atmosphäre wie sie dem Atmospheric Black Metal zu eigen ist, währen die Leads durchweg bezaubernde, betörende und einfach mitreißende Melodien zaubern und dabei den Spagat zwischen keltischen und mediterranen Einflüssen schaffen. Immer mal wieder werden tiefschwarze, sägende Black Metal-Riffs eingestreut um dem Ganzen etwas Dunkelheit mit auf den Weg zu geben und die verträumten Melodien auszugleichen, aber das Hauptaugenmerk liegt wirklich auf den epischen, fesselnden, naturmytischen Melodien, die Archøn immer wieder und wieder aus seinem Ärmel schüttelt. Dazu gesellen sich dezente Keyboards, die diese Melodien noch weiter ausbauen und ein paar naturmystische Segmente einbauen, dazu das getörende Flötenspiel von Aftolycos, das dann nochmal die ganz großen Epen auspackt und immer wieder ein paar Akustikgitarren um es etwas aufzulockern. Als wäre das noch nicht genug, liefern die Vocals auch einiges an Abwechslung. Klar, im Großen und Ganzen dominieren harsche, leicht verhallte und kühle Screams, die sich wie eine kalte Brise auf die Musik legen und perfekt dazu passen, doch hat das Album noch etwas mehr zu bieten, vor allem im Song „Natur„, der sowohl mit großartigen Spoken Words mit schweizer Dialket (nicht gesampelt!) als auch mit Keyboard-Chören aufwartet. Dazu gibts in „The White Fjord“ ein paar geflüsterte Zeilen auf Griechisch und irgendwo tauchen noch ein paar wohl platzierte Klargesang-Elemente auf. Das alles verbindet Celtefog unglaublich geschickt, durchdacht und grazil, dass man sich daran eigentlich gar nicht satt-hören kann und so laufen die 43 Minuten des Albums gleich mehrmals durch bevor man sich doch widerwillig aus der wohligen Umarmung der Songs befreit.

Celtefog liefern mit „Outlands“ das Pagan und Atmospheric Black Metal-Highlight des Jahres, das gekonnt keltische und mediterrane Einflüsse zu einem dichten, packenden und zutiefst atmosphärischen Werk tiefster Naturverbundenheit verbindet und ohne gespielten Pathos und Methornschwenkerei auskommt. Stattdessen legt man wert auf unglaublich filigrane Melodien, packende Vocals und ausgewogene Härte. Ein Meisterwerk.

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