XCIII – The Blue

cover

Zurück zu meinem Lieblingsfranzosen, denn XCIII ist zurück und hat eine frisch erschienene EP namens „The Blue“ im Gepäck. Diese ist erneut gewohnt ungewohnt und bringt sowohl einige alte als auch einige neue Einflüsse und Ideen mit. Über das Projekt selbst muss ich wohl nicht mehr viele Worte verlieren, denn in den letzten Jahren war XCIII sowohl mit seinen atmosphärischen Prog Metal-Alben als auch mit den neueren „Avant-garde“-Sachen vertreten. Demnach gleich ab ins Getümmel.

Das Projekt von Guillaume bleibt sich auch auf der neusten EP treu und liefert einen interessanten Mix, der sich schwer einordnen lässt. Irgendwo zwischen Post-Punk/Wave, Ambient und Trip Hop fühlt sich der Herr sichtlich wohl und beweist erneut was für ein Talent in ihm steckt, denn all Songs gehen sanft und weich ins Ohr, wirken noch länger nach und fesseln einen vor die heimische Anlage. Das Ganze geht dann mal einen kühleren Pfad entlang, hält auch ein paar verzerrte Gitarren bereit und spannt eine Brücke zwischen den letzten 10 Jahren, wenn auch stärker an den neueren Sachen orientiert. Spannendes aber softes Drumming bildet die Basis auf der sich vor allem eine Vielzahl an Gitarren unterschiedlichster Spielart austoben. Von verzerrt und sägend über bluesige Einlagen bis zu ganz zartem Zupfen findet sich einiges an Abwechslung wieder, wobei die Übergänge immer ziemlich fließend sind. Dazu gesellen sich immer wieder sphärische, moderne aber auch fast schon an Industrial erinnernde Keyboards, die dem Ganzen einen noch flächendeckenderen Sound geben. Zu diesem meist sanften, dafür umso betörenderen und fesselnderen Darbietung gesellen sich ebenso fesselnde Vocals, diesmal jedoch zumeist von weiblicher Natur. Die beiden Sängerinnen können dabei absolut von sich überzeugen und liefern mit ihrem Klargesang, der von höherem Gesang über melodisches Sprechen bis zu stark verhallten, mantra-artigem Sprechgesang reicht. Dazu liefern sie sich immer wieder ein Duett mit Guillaume, der aber auch hier und da einige Solo-Einlagen zum Besten geben darf. Das passt sich wunderbar der sanften Art der Songs an und fügt sich nahtlos ins Konzept der Band ein. So füllt sich eine weitere EP mit Musik aus der Schnittmenge verschiedenster Einflüsse, die zwar irgendwie vertraut, aber erfrischend neu wirkt und über 20 Minuten mit einem musikalischen Trip füllt, der irgendwie anders ist. Das zeigt sich vor allem im Song „Abstract„, der seinem Namen alle Ehre macht.

Wer den Blog schon länger verfolgt, dürfte sich nicht darüber wundern, dass ich auch diese XCIII-EP nur weiterempfehlen kann. Vielleicht kenne ich mich in dem Genre auch einfach nicht genug aus, aber „The Blue“ bietet einfach nur bezauberndes, sanftes aber bestimmtes Songwriting, viele Einflüsse aus verschiedenen Ecken und kreiert daraus ein atmosphärisches und eigenwilliges Stück Musik, in dem ich mich immer wieder gerne verliere.

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