Temple – The Last Pact

Front artwork

Mit Temple gibts heute Neuigkeiten aus der Schweiz zu vermelden, denn das 2017 von Mitgliedern von Chotzä und Malphas gegründete Trio Temple legte mit „The Last Pact“ vor Kurzem sein erstes Lebenszeichen vor. Was die Jungs neben einem banalen Bandnamen noch zu bieten haben, erkennt man unter Umständen schon am extrem detailverliebten Artwork: Eine satanische Messe erster Güte.

Das ursprünglich als Duo gegründete und später durch J am Schlagzeug erweiterte Projekt huldigt auf seinem ersten Album dem klassischen Black Metal der Marke Watain, Dissection und ähnlichen Kalibern. Musikalisch webt man so ein schwarzes Netz, das nicht zuletzt durch die typische lo-fi Produktion seinen vollen Glanz ausstrahlen kann. Dazu gibt es solides Drumming, das immer mal wieder in Rage ausufert, sich aber meist im gehobenen Midtempo zu Hause fühlt. Schon deutlich anspruchsvoller und virtuoser zeigen sich da die Gitarren, die sich ziemlich ruppig durch die Songs sägen und neben flächendeckendem Sound auch einiges an geilen Riffs zu bieten haben, die oft dissonant klirren, frostig und düster gekonnt abwechseln und auch vor melodischen Segmenten nicht zurück schrecken. Da schimmern hier und da sogar ein paar Heavy Metal-Einflüsse durch, die dem Ganzen noch etwas Pepp mit auf den Weg geben. Ansonsten liefert die Saitenfraktion ordentlich ab, hat viel Variation in ihrem 90s-Worship und lassen so eigentlich nie Langeweile aufkommen. Und sollte doch mal die Gefahr bestehen, dass irgendwas zu langatmig wird, wird einfach ein kleiner Anklang eines Solos eingestreut. Hier und da wird dann zugunsten der Atmosphäre das Tempo rausgenommen und ein paar Piano-Einlagen eingestreut, die zusammen mit den ruhigeren Riffs und chorischen Elementen für eine schön beklemmende und rituelle Atmospähre erzeugen. Zu guter Letzt bietet die Scheibe natürlich auch noch Vocals, die sich mit leicht verhallten, kühlem Keifen bemerkbar machen und sich so nahtlos ins Gesamtbild einfügen. So füllen sie auch gleich noch die letzten Lücken im Bandsound und lassen die schwarze Atmosphäre noch stärker wirken, ohne dabei die immer wieder auftauchenden leicht melancholischen Momente in den melodischen Abschnitten zu zerfetzen.

Wer also mal wieder schön satanischen, okkulten Black Metal auf die Lauscher möchte und das von einer Band, die auch vor melodischeren Riffs, kleinen Soli und Abwechslung nicht zurückschreckt, der sollte bei Temple mal ein Ohr riskieren. Ihre Musik gestaltet sich deutlich facettenreicher als der Bandname, auch wenn hier wirklich der Name Programm zu sein scheint, denn das Gesamtkonzept zieht sich vom Logo mit Spinnweben, umgedrehten Kreuzen und Kerzen über das großartige Artwork von Jenglot Hitam bis zur tiefschwarzen Musik durch das komplette Schaffen der Band. Bleibt zu hoffen, dass die Jungs der Detailverliebtheit treu bleiben. „The Last Pact“ ist schonmal ein ziemlich ordentliches erstes Lebenszeichen.

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