Witcher – A gyertyák csonkig égnek

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Heute kommen mal wieder die Leser auf ihre Kosten, die auf dichten, raumfüllenden Metal stehen, denn die Ungarn von Witcher haben ihr zweites Album vollendet. Seit der Gründung 2010 blieb das Duo sich und seinem Sound treu, veröffentlichte ein paar Demos und Splits bevor 2015 das erste Album erschien. Nun, 4 Jahre später erscheint mit „A gyertyák csonkig égnek“ ein mehr als würdiger Nachfolger.

Dabei verzichten Witcher auf große Riffs, furiose Soli oder große Abwechslung, sondern lassen die Atmosphäre für sich sprechen. Der Atmospheric Black Metal der Beiden umgarnt einem die Hörmuscheln mit dominanten Keyboardklängen und Piano, das leicht verhallt für einen dichten, sehr melancholischen, betrübten Sounds sorgt. Die anderen Instrumente spielen sich nur im Hintergrund ab, so liefern die Drums seichtes Drumming mit kaum hörbarem Double-Bass, dass es irgendwie schafft noch ein klein wenig Schwung ins Album zu bringen und so verhindert, dass man stehen bleibt. Die Riffs dagegen sind kaum als solche zu erkennen, stattdessen breitet sich ein raumfüllender, wabernd-sägender Teppich aus, der mit viel Monotonie und kaum Abwechslung vor sich hin wabert. Immer mal wieder lassen sie sich doch dazu hinreißen ein paar verträumte Melodien durchscheinen zu lassen, die dann dem sanften Piano folgen und zumindest kleinere Akzente setzen. Im Zentrum bleibt allerdings das Tasteninstrument und sorgt zum einen für flächige chorhafte Klänge, zum anderen für träumerische, fesselnde Melodien. Das lassen die Zwei auch ordentlich auf den Hörer wirken und bauen eine sehr dichte Atmosphäre, die sich aus großen, ausufernden Instruemental-Parts und etwas weniger präsenten Gesangssegmenten zusammensetzen. Und auch der Gesang fügt sich nahtlos ins Album ein, besitzt einen leicht melodischen Unterton und fügt mit seinem leicht verhallten, ziemlich röchelnden Screaming für etwas mehr Aggression und Biss ohne die Filigranität zu untermauern. Stattdessen steht er auf einer Stufe mit den Keyboards und untermauert dessen Melodik mit seinem Keifen. Natürlich hält sich das auch im gediegenen Mid-Tempo auf, denn nur ganz selten wird das Album mal schneller, bietet forderndere Gitarren und sogar ein paar Blast Beats. Das wird allerdings nur selten und wenn, dann meist als Einstieg in einen Song, eingestreut. Das Hauptargument des Albums liegt eben ganz woanders. So werden die 40 Minuten der Scheibe zu einem wohligen, betörenden Traum, der mit seinem sehr hypnotischen, monotonen Charakter gefangen nimmt und nur mit kleinen Ausreißern der Langeweile entrinnt.

Witcher liefern auf ihrem zweiten Album ein extrem dichtes Gewebe aus keyboardlastigem Atmospheric Black Metal der Marke Vietah und Konsorten, der einem nicht mit Riffs und Aggression, sondern mit Monotonie und omnipräsenten Keyboards gefesselt hält und nur durch ein paar kurze Aggressionen und den krächzenden Gesang ein paar Kanten zeigt. Nichtsdestotrotz ist „A gyertyák csonkig égnek“ ein sehr starkes Album, auf das man sich allerdings einlassen muss. Das ist nicht unbedingt Musik für zwischendurch.

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