Waldseel – Visions of a Destructive Revelation

Waldseel - Visions of a Destructive Revelation

Waldseel ist zurück. Nach knapp 1,5 Jahren seit der letzten EP meldet sich der Niedersächsische Tausendsassa mit neuem Material zurück und veröffentlichte die „Visions of a Destructive Revelation“ EP auf welcher er erneut seinen Lower Saxonian Black Metal vom Stapel lässt. Diesmal klingt das ganze allerdings deutlich experimenteller als ich das von ihm gewohnt bin.

Musikalisch zeigt sich auch die neuste EP gewohnt lo-fi, roh, kratzig und dreckig. Die Riffs sägen frostig, die Vocals keifen sich gedämpft durchs Unterholz und die Drums böllert im Hintergrund genüsslich vor sich hin. Wie gewohnt liegt meist das Hauptaugenmerk auf einer dichten, kühlen und packenden Atmosphäre, wie das für Atmospheric Black Metal so üblich ist und die dichten Riffwände und das frostige Keifen schaffen das auch im Handumdrehen. Doch statt stur altbekannte Pfade zu beschreiten, wird es experimentell und das beginnt schon beim Intro („Hinner jene Döörn op det düstern Holt’s Grund„), das mit schamanischem Trommeln, Akustikgitarrenzupfen und geflüsterten Screams, hier und da sogar etwas chorisch, den nachfolgenden Reigen einläuten. Was dann folgt ist ein interessanter Mix aus viel Bekanntem, groovig-rockigen Segmenten (siehe „Verschwimmen„) und esoterisch-okkultem Ambient („Visions of a Destructive Revelation„). Ein ganz schön wilder, aber zutiefst interessanter Mix, der sich auf den gut 18 Minuten der EP breit macht. Das eignet sich auch super um dem monotonen, gemächlichen atmo Black etwas entgegenzusetzen ohne dabei den Spirit zu zerstören, denn im Herzen basieren auch die experimentelleren Stücke auf gemächlichen, düsteren und dichten Strukturen, nur eben entweder ohne E-Gitarren oder mit etwas Auflockerung. So wird „Verschwimmen“ mit seinem rockigen, bisweilen fast punkigen Charme schnell zum Liebling der EP, wobei gerade das Drumming auch in den anderen Stücken recht „stumpf“ (im Positiven Sinne) daher kommt und so auch den trägeren Stücken etwas Dampf macht und auch die Riffs werden trotz immer wieder einkehrender Monotonie nie wirklich einschläfernd oder langweilig. Dazu gesellen sich die Vocals, die nochmal zum Hörvergnügen beitragen und mit leicht dumpfem Klang ihr grooviges, teilweise auch etwas melodischem Keifen und tieferem Grollen einheizen.

Alles in allem liefert Waldseel auch diesmal wieder eine mehr als solide EP ab, die sich absolut hören lassen kann. Mit rohem Charme, dichter Atmosphäre und ein paar (von ihm) ungewohnten Einflüssen zeigt sie sich sogar ein Stück abwechslungsreicher als früher, was sich auch am Hörgefühl positiv bemerkbar macht. Einziges Manko von „Visions of a Destructive Revelation“ ist also die Länge, denn die 17 Minuten hätte man durchaus auf Albumlänge strecken können ohne dass es langweilig geworden wäre. Waldseel hat also seinen Lower Saxonian Atmospheric Black Metal noch um ein paar Facetten erweitert und so eine richtig schöne EP gezaubert.

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