Arallu – En Olam

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Israel als Metal-Hochburg zu bezeichnen ist vielleicht doch noch etwas hoch gegriffen, aber Bands wie Melechesh haben sicherlich dazu beigetragen, so etwas wie eine Metal-Szene in diesem Land aufzubauen. Ähnlich lange aktiv sind auch Arallu, die seit 1997 ihre Musik auf bislang 7 Alben und ein paar kurzen Veröffentlichungen zum Besten geben konnten. Das jüngste Album der Diskographie ist das vor ein paar Monaten erschienene „En Olam„, dem ich mich heute widmen werde.

Nicht nur in ihrer Herkunft und dem Alter ähneln sich Melechesh und Arallu, auch musikalisch gibt es Parallelen, immerhin spielen beide Bands einen Mix aus Black und Death Metal mit mittelöstlichem Folk, der ordentlich Atmosphäre und Druck mit sich bringt. Dazu gesellen sich bei Arallu allerdings ein paar Anleihen von Bands wie Barathrum („Devil’s Child„) und natürlich viele eigene Ideen. Düster und kraftvoll ballert der Black/Death der Jungs drauf los und liefert beinharte Riffs, mal frost mal schwer, ordentlich pushende und wilde Drums, sowie einen kraftvollen Bass, der auch hier und da auf seine Kosten kommt. Immer wieder wird der wilde Reigen durch kurze Pausen unterbrochen, in denen es entweder etwas komplexer zu geht oder die spirituelle, okkulte Atmosphäre aufgebaut wird, bevor wieder schwer und kühl nach vorne geprescht wird. Immer wieder schwankt die Band dabei zwischen nordischer Kühle, drückender Schwere und östlicher Melancholie, die sich nicht zuletzt in den von Darbuka, Saz und Keyboard-unterstützten Parts voll entfalten kann. Auch werden die Folk-Elemente schön eingewoben und verschmelzen mit dem sehr auf Atmosphäre ausgelegten Schaffen der Band zu einer fesselnden Einheit. Auch gesanglich gibts etliches auf hohem Niveau zu bieten. Typischer Black/Death Krächzgesang dominiert das Bild und keift sich kraftvoll und finster durch das Klangbild, hier und da durch Hall verstärkt und verdichtet. Hinzu kommen allerdings religiös angehauchte Sprechgesänge und Samples, die dem Ganzen Gebräu einen noch okkulteren Anstrich geben und gleichzeitig die Heimatverbundenheit der Truppe stärker in den Vordergrund hebt…und sich dabei nahtlos ins Konzept einfügt. So füllen sich die fast 40 Minuten des Albums mit abwechslungsreichem, schwarzmetallischem aber sehr druckvollem Riffing, interessantem Songwriting mit vielen Einflüssen aus der lokalen Folklore und einer schweren, düsteren Atmosphäre.

Abwechslungsreiche Songs treffen auf Folklore des mittleren Ostens, dabei entsteht ein fetzendes, drückendes und spannendes Black/Death Metal-Album, das Fans des Genres sofort in ihr Herz schließen dürften. Nach über 20 Jahren im Geschäft haben die Jungs einfach ein Gespür für gute Songs und eine saubere aber nicht zu überbordende Produktion, die die Stärken der einzelnen Elemente gut hervorhebt. Allau’s „En Olam“ ist einfach ein ziemlich starkes Brett, dass auch nach einigen Hördurchläufen frisch und knackig klingt.

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