Arrest – Night Stalker

Arrest - Night Stalker

Erneut zieht es mich in die Heimat, diesmal ins hessische Hanau zur Band Arrest, die dort seit 1992 die Flagge des klassischen Heavy Metal hochhalten. Seit Bandgründung entstanden seither zwei EPs und drei Alben, von denen das Jüngste („Night Stalker„) allerdings auch schon wieder 16 Jahre auf dem Buckel hat. Wäre also mal Zeit für ein Neues, immerhin ist die Band immernoch aktiv.

12 Songs gefüllt mit Old School Metal frisch aus den 80ern bringt und das gute Stück und verpackt das ganze in ordentlicher Produktion, die viel Kraft und Energie, dabei allerdings nicht modern sondern schön klassisch klingt. Musikalisch bewegt man sich irgendwo in der Schnittmenge zwischen Heavy, Power und NWOBHM mit einigen Anleihen aus dem Hard Rock hier und da. Dabei gehen die Riffs schön trabend nach vorne, aber lassen den Leads ordentlich Luft für ein paar ordentliche Soli. Hier rockig, da heavy, dort schon richtig melodisch liefern die Gitarren ordentlich Abwechslung der klassischen Art und werden dabei von der Rhythmus-Fraktion ordentlich unterstützt. Die Drums liefern ordentlich ab, nichts komplexes, dafür schön direkt nach vorne, wobei sie vom Bass tatkräftig unterstützt werden, welcher nur ganz selten mal etwas aus der Reihe tanzt. Hier und da streuen die Beiden etwas Abwechslung in den Mix, sorgen aber im großen Ganzen eher für eine solide, einfache Grundlage für direkten, relativ schnörkellosen Metal. Dass aber auch klassische Mucke spannendes und abwechslungsreiches Songwriting drauf hat, zeigen die Jungs eindrucksvoll. Vom direkten, fast schon thrashigen Opener „Same Old Story“ über das langsam walzende „Dancing on the Edge of Chaos“ bis zum melancholischen und ruhigen „Desperate Memories„, dass sogar mit Piano-Parts aufwartet, gibts hier die volle Bandbreite zwischen Accept, Black Sabbath und Iron Maiden, und das mit einer sehr interessanten eigenen Note. Das zeigt sich auch in den Vocals, die wirklich von Herzen kommen und in jedem Song eine dicke Ladung Emotionen in die Worte packen. So wird jeder Song noch ein gutes Stück erdiger, echter und greifbarer. Hier und da gesellen sich noch ein paar Ausreißer wie die chorischen, düsteren Elemente in „Desperate Memories“ dazu, oder je nach Situation ein leicht veränderter Stil. Dabei geht das Album gut 55 Minuten, bei denen man eigentlich nicht erwarten würde wie schnell sie auf einmal rum sind.

Wer auf seine tägliche Dosis Old School Metal irgendwo zwischen Power und Heavy Metal mit Einflüssen aus allem was in den 80ern an harter Musik so angesagt war verzichten möchte und gleichzeitig eine spannende und eigenständige Band unterstützen will, der sollte sich das (leider immernoch) aktuellste Album von Arrest zulegen, denn „Night Stalker“ ist eine richtig starke Scheibe, die bei mir immer mal wieder rauf und runter läuft.

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