Manipulation – Mind Control Ultra

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Auch unsere östlichen Nachbarn verstehen was von ordentlichem Metal, Polen ist da auch schon lange kein unbeschriebenes Blatt mehr. Die polnische Band Manipulation allerdings auch nicht, immerhin knüppeln sie sich (mit Unterbrechung) bereits seit 2001 durch die nord-ost-polnische Szene. Mit „Mind Control Ultra“ veröffentlichte der Fünfer vor Kurzem sein viertes Album, auf dem sich der bereits fünfte Sänger der band vorstellen darf.

Death Metal haben sich die Jungs auf ihre Fahnen geschrieben und den zelebrieren sie in kompromissloser aber ziemlich moderner Art und Weise. Bombige Produktion ohne Fehl und Tadel begrüßt den Hörer und sofort geht es mit ordentlichem Geknüppel los. Technisch relativ anspruchsvolle Riffs treffen auf stumpfes Gedresche, groovig-stampfende Parts und ein paar harsche Breakdowns. Auch von den Drums sollte man kein Erbarmen erwarten, stattdessen gibt es ein ordentliches Blast Beat-Dauerfeuer, das allerdings hier und da durch langsameres Drumming mit Double-Bass abgelöst wird. Immer wieder wird in den ohnehin ziemlich stürmischen und direkten Mix ein Hauch nordischer Kühle eingestreut, die mit ein paar Tremolo-Riffs für ein paar fiese Attacken sorgt und auch gesanglich die Growls und Core-Schreie mit etwas dreckigerem Gekeife unterstützt. Immer wieder schwenkt die Band um und präsentiert sich in anderem Sound ohne vom Gesamtkonzept der Scheibe abzuweichen. So wechseln die Jungs spielerisch zwischen modernem Melo-Death-basiertem „Metalcore“, donnernden Death Metal-Angriffen, angeschwärzten Momenten, donnerndem Groove und anderem hin und her und streut auch immer wieder Einflüsse aus dem Industrial ein, die dem kräftigen Stampfen noch mehr Druck verleihen und auch den Vocals ein paar elektronische Facetten mit geben. Wer dagegen nach Melodien und großen Solis sucht, der sucht hier vergebens. Getreu dem Motto „was dich nicht umbringt macht dich stärker („Limits„) wird hier möglichst unbequem, sperrig und verstörend abgerissen. Eine gute dreiviertel Stunde füllen die Herren mit diesem wilden, erbarmungslosen und spannenden Mix aus Hass und Zerstörung, nach welcher man dann auch erstmal eine Pause braucht.

Knüppeldick kommts auf dem neuen Album von Manipulation, denn hier verbindet sich die rohe Gewalt des Death Metal mit ständigen Wechseln, brachialem Gedresche, ein paar Core-Einflüsse, sowie Industrial-Rhythmen. Dass da nicht jeder mitkommt versteht sich von alleine, aber alle anderen bekommen hier die volle Ladung Totalabriss mit, die sich gewaschen hat. Dabei „Mind Control Ultra“ vor allem eines: Ultra-Gewalttätig.

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