The Howling Void – The Triumph of Rain

cover

Heute bewege ich mich mal aus meiner normalen Komfortzone und präsentiere etwas schweren und trägen Stoff, amerikanischen Funeral Doom von The Howling Void, um genau zu sein. Das Ein-Mann-Projekt aus Amerika zieht seit 2007 seine Bahnen und hat bereits 7 Alben auf dem Buckel. „The Triumph of Rain“ ist das fünfte in der Reihe und erblickte 2016 das Licht der Welt und soll heute unser Thema sein.

Musikalisch liegt die Band wie bereits erwähnt außerhalb meines normalen Jagdgebiets, doch ist der Mix, der der Amerikaner präsentiert, ziemlich packend und interessant. Den Großteil der Zeit verläuft das Album recht ruhig und legt viel Wert auf eine betörende, wenn auch etwas trübsinnige Atmosphäre, oft sogar ganz ohne Gitarren. Dabei stechen vor allen die dominanten Synthesizer-Orchestrationen heraus, die ruhig und traurig das Bild dominieren und sich ständig präsent ins Zentrum der Aufmerksamkeit schleichen. Riffs sind dagegen deutlich seltener anzutreffen. Wenn sie dann aber mal auftauchen, wabern sie schwer und langsam durchs Bild, nicht übermäßig druckvoll, aber doch mit etwas mehr Elan und Schwung. Filigrane Melodien, hauptsächlich durch Streicher und Piano getragen, hier und da von Gitarrenriffs begleitet, dominieren das Bild und zeichnen zerbrechliche Bilder von Zeit und Tod. Dazu gesellen sich ein paar wenige Einflüsse aus anderen Genres wie düsterem Rock, die die Scheibe nicht härter, dafür etwas abwechslungsreicher und weniger eintönig gestalten. Hier und da wird die Musik auch marginal schneller, verlässt aber eigentlich nie das sehr Langsame, Sphärische, Schwere. Auch gesanglich wird eine eher ruhige Kugel geschoben, wodurch die schweren Funeral Doom-Riffs, die alle paar Minuten (gefühlt) auftauchen, die kräftigsten Elemente darstellen. Stattdessen legt sich sanfter Klargesang über die sanften Klänge und treten meist erst gar nicht auf, wenn die Gitarren dominanter werden, weil sie sich vermutlich nicht durchsetzen würden. Dementsprechend ist ein Großteil der Scheibe instrumental gehalten, mit ein paar Sprinkeln an Gesang hier und da. So entwickelt sich das Album zu einem sehr dichten atmosphärischen Werk, das überwiegend sanft und gemächlich rüber kommt. Mit dominanten Keyboards und flächendeckendem Wabern selbiger wird es schnell sehr atmosphärisch und packend, dazu ein paar Streicher und Pianos und schon hat man sich im Sound verloren. Dass es mit schweren, trägen Riffs und sanftem Klargesang erweitert wird, trägt in dem Fall nur zu einer Verdichtung des ohnehin sehr raumfüllenden Sounds bei. Dadurch wirkt es deutlich monumentaler als die Spielzeit von gut 40 Minuten vermuten lässt.

Schwerer, keyboard-getriebener Funeral Doom ist sicher nichts für jeden, doch geht von The Howling Void und seinem Album „The Triumph of Ruin“ eine Ruhe aus, die dem Tristen, Kargen und Traurigen etwas entgegenzusetzen hat. Dazu gesellt sich eine packende, träge Atmosphäre aus der schwere Riffs immer wieder herausstechen und Vocals, die dem Ganzen noch ein wenig mehr Ruhe und Geborgenheit beimengen. So setzt sich Stück für Stück ein fesselndes Werk zusammen, dass sich betörend in den Gehörgang setzt und den Hörer (wenn man sich drauf einlässt) schnell in seinen Bann zieht.

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