Sacred Sin – Anguish… I Harvest

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Heute gibts es mal weder eine ältere Scheibe von einer noch älteren Band. Sacred Sin aus Portugal existieren bereits seit 1991 und lieferten mit „Anguish… I Harvest“ 1999 ihr drittes Album ab, welches jüngst mit einigen Bonus-Songs vom Rehearsal-Demo von 1997 wiederveröffentlicht wurde. Dazu erhielt das Album des aktuell als Quartett agierenden Trupps ein neues Mastering um es ein klein wenig an die modernen Zeiten anzupassen.

Sacred Sin sind ja seit jeher für ihren leicht angeschwärzten Old School Death Metal bekannt, den sie auch auf ihrem dritten Album zum Besten geben. Mit neuem Sound klingt die Scheibe ein wenig fetter und kraftvoller, hat allerdings seinen etwas rumpeligen, klassischen Charme erhalten. Musikalisch gibts es schön rumpeligen, wummernden Death Metal, der mal ordentlich dreckig groovt, mal eher die melodische Schiene fährt und hier und immer wieder ein paar Industrial-Keyboards und Black Metal-Elemente durchschimmern lässt. Deftiges Geballer trifft also auf einen gesunden Ausgleich mit gut gemachten Übergängen und ausgewogenem Verhältnis. Die Scheibe ist weder zu weichgespült noch zu rumpelig, sondern schafft es gekonnt fette Riffs und rumpelige Drums mit melodischen Leads, ein paar schnelleren Salven und atmosphärisch-düsteren Elementen zu verbinden, die durch den Hauch Black Metal, der hier und da so leicht durchschimmert und ganz leicht an die Black Metal-Elemente von modernen Behemoth erinnert, noch etwas an Wirkung dazugewinnen. Die Band schafft es auch ziemlich gut ein geiles Riff nach dem anderen rauszuhauen und so sind Songs wie „Lead of Insects“ oder „Feathers Black“ gefüllt mit spannenden Ideen, die auch hier und da mal etwas sperriger ausfallen können, aber nie soweit gehen, dass ein zuhören anstrengend werden könnte. Hier und da werden zur Erweiterung der Atmosphäre noch ein paar kurze Keyboard-Versatzstücke und kleine elektronische Elemente eingestreut, die halten sich aber sehr dezent im Hintergrund, lassen nur hier und da mal aufhorchen. Gesanglich gehts dann richtig klassisch zu Werke, denn hier dominieren tiefe, grimmige Growls, die hier und da etwas heiser daher kommen, aber meist kraftvoll und bestimmt ihr Werk vollrichten und sich dabei durch fast nichts aus der Ruhe bringen lassen. Wer dann von der Band noch nicht genug hat, kann sich die Bonus-Songs zu Gemüte führen, aber wie der Name schon sagt sind die Rehearsals eher rumpelig und kaum bis gar nicht gemischt, dementsprechend eher ein Vergnügen für Fans und Lo-Fi-Freunde.

Sacred Sin zeigen auf ihrem dritten Album wie moderner Old School Death Metal (?) zu klingen hat und lockern den grimmigen Reigen mit ordentlich Melodie auf, hier und da schimmern ein paar stampfende oder elektronische Industrial-Anleihen durch und auch Black Metal lässt sich in Ansätzen erahnen. Ansonsten verbindet die Truppe auf „Anguish… I Harvest“ Melodik mit Rhythmus und etwas Gedresche zu einem spannenden und zugänglichen Mix, der Death Metal-Herzen höher schlagen lassen dürfte. Obendrauf gibts noch ein paar Proberaumaufnahmen womit sich die Scheibe auf über eine Stunde erstreckt. Hörenswert.

Links:

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