Seltar – Aŕe teike

Cover

Heute geht es mal wieder mysteriös zu, denn über das amerikanische Projekt Seltar ist so gut wie nichts bekannt und außer einer Bandcamp-Seite findet man sehr wenig. Der Name scheint wohl das alte iberische Wort für Grabstein zu sein und auch thematisch behandelt das Projekt von Geheimniskrämer Invierno dieselbe Epoche. Im Jahr der Bandgründung (2015) veröffentlichte das Projekt zunächst eine EP, später das Album „Aŕe teike„, seitdem ist es still.

Das Album startet recht typisch mit kurzem Intro, das mit fast schon an Dungeon Synth erinnernden Keyboards auf das vorbereitet was noch kommen soll. Danach bricht der Atmospheric Black Metal-Reigen los und begräbt alles unter einer dichten Wand aus Riffs, Blast Beats und melodischen, dominanten Keyboards. Drei Songs finden sich auf dem Album, alle über 8 Minuten lang und dementsprechend auf eine dichte Atmosphäre und ausufernde Aufbauten angelegt. Viel Variation lässt man dabei nicht zu. Alle paar Minuten vollzieht sich ein schleppender Riffwechsel, hier und da wird es etwas grimmiger und aggressiver, aber im Großen und Ganzen dominieren stumpf knüppelnde Drums, die die schleppenden Gitarrenwände etwas vorantreiben, während die Keyboards die Hauptarbeit in puncto Melodien leisten. Hier und da verirrt sich die ein oder andere melodische Komponente ins Gitarrenspiel, aber dominierend sind die epischen, orchestralen Synthies, die sich düster aber betörend ausbreiten. Dabei entsteht eine interessante Mischung aus rumpeligem, grimmigen und dreckigen Black Metal und epischer, erhabener Orchestrierung, die für eine Spirale sorgt in der man sich schnell verliert. Die „Monotonie“ bzw der dadurch entstehende hypnotische Sog macht ein sich entreißen nicht gerade einfacher und so verliert man sich schnell in den Songs. Gesanglich gibts dagegen gar nicht mal so viel zu hören. Zum einen, weil große Teile der Songs instrumental sind, zum anderen, weil der heisere Krächzgesang im Sound meist doch ziemlich untergeht und nur nur als entfernte frostige Brise zu erahnen ist. Vermissen tut man die Dominanz des Gesangs allerdings nicht und zudem kaschiert der leise Mix den hauchdünne, kratzige Produktion, was auch eher vorteilhaft ist. Lediglich im letzten Track wird das Hintergrundrauschen zu fast schon depressivem heiseren Keifen, das sich etwas dominanter im Sound platziert.

So füllt Invierno gut 30 Minuten mit dichtem, epischen Atmospheric Black Metal, der mit schönen melodischen Keyboards und druckvollem Geballer aufwarten kann. Sucht man also nach dominanten Keyboards um seinen grimmigen, dichten Atmo Black etwas aufzupeppen, dann ist man hier genau richtig, denn Seltar schafft es wundervoll die beiden Welten zu verbinden. „Aŕe teike“ ist dementsprechend ein Album was ich nur weiterempfehlen kann.

Links:

Bandcamp    Metal-Archives

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