Obscurum Noctis – Liber Damnatus

Obscurum Noctis - Liber Damnatus

Heute habe ich mal wieder einen längst vergessenen Schatz für euch. Die Rumänier von Obscurum Noctis haben in ihrer Karriere wirklich nicht viel Musik veröffentlicht. 1996 gegründet hat es gut 4 Jahre gedauert bis anno 2000 das erste und einzige Demo „Liber Damnatus“ das Licht der Welt erblickt. Danach löste sich die Band auf und die meisten widmeten sich der Band Avatar. Schade eigentlich, denn das Demo klingt vielversprechend.

Dabei gibt es hier musikalisch eigentlich nichts „besonderes“. Stattdessen huldigt die Band den späten 90ern mit einem eher symphonisch angehauchten Black Metal, der nichtsdestotrotz ordentlich grimmig daher kommt. Eisig und dreckig rumpelt die Truppe durch ihre Songs, lassen hier und da ein paar Melodien durchschimmern und giften dann finster weiter. Harsches, bissiges Keifen begleitet wilde Riffs, rumpelnde Drums und die omnipräsenten Keyboards. Immer wieder werden die Songs unterbrochen um sich neu aufzubauen und den Synthies mehr Spielraum zu geben, wobei die Übergänge manchmal etwas harsch wirken. Doch schafft es die Band durch interessantes Songwriting und spannende Ideen die Sache frisch zu halten. Immer wieder entdeckt man etwas neues, schleicht sich eine coole Idee ein oder überzeugen die Jungs durch theatralisches, grimmiges oder melodisches Auftreten. Klar ist das alles nur ein Demo und dementsprechend schlecht ist die Produktion, aber die Songs haben trotzdem ordentlich Biss und fesseln regelrecht. Auch fällt keins der Instrumente extrem aus dem Rahmen, was die Lautstärke angeht und so bietet die Kassette ein dreckiges, aber mehr als hörbares Gesamtbild, das den ranzigen Sound der 90er ins neue Millennium rettet. Auch wirken alle Musiker kompetent an ihrem Gerät und die finsteren, giftigen Schreie weben sich auch nahtlos in den schwarzen Reigen ein. Absoluter Höhepunkt ist allerdings gleich der Opener. „Python’s Kiss“ bietet alles, extrem dramatische Keys, aggressive Riffs, nen ordentlichen Groove, ein paar Melodien und das alles sehr gut verwoben, wodurch der Song fast schon etwas beklemmendes zeigt. Da hat die Band ihre besten Ideen zusammengepackt, doch der Rest des Demos ist nicht viel schlechter.

Wer also mal wieder ein schönes 90er Demo hören möchte, noch dazu aus einem eher untypischen Land für Metal, der sollte sich das einzige Lebenszeichen von Obscurum Noctis mal zu Gemüte führen. „Liber Damnatus“ bietet schönen klassischen Black Metal mit einem Sinn für Melodien und packenden Keyboard-Elementen, die dem Ganzen einen symphonischen und epischen Charakter verleihen. Schön gemacht!

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