Maquerelle – Siffler L’Indifférence

Maquerelle - Siffler L'Indifférence art

Wird mal wieder Zeit für was komplett abgedrehtes, da kommt das französische Ein-Mann-Projekt Maquerelle mit seinem neuen Album „Siffler L’Indifférence“ gerade recht. Seit Bandgründung in 2014 kann das Projekt bereits auf eine ordentliche Diskographie mit mittlerweile 6 Veröffentlichungen zurückblicken, die allesamt in eine ähnliche Kerbe schlagen: Experimentell, krautrockig, sperrig.

Siffler L’Indifférence“ ist wahrlich ein Album, bei dem man nicht so recht weiß, wo man mit dem erzählen anfangen soll. Hier wird blindlings alles in einen Topf geschmissen, was anstrengend fürs Ohr ist und dann auch noch so vermengt, dass es zwar Sinn ergibt, aber dadurch nicht weniger anstrengend ist. Krautrock trifft auf ein paar kräftige, fast schon metallische Riffs, dazu immer wieder Einschübe von Noise und stampfendem Industrial, als emotionaler Gegenpart bietet die andere Seite der Scheibe ruhigere Parts mit viel Hall auf den flüsternden Stimmen, viel Akustikgitarre und Avantgarde-Töne, die dem Hirn etwas Auszeit verschaffen, aber doch immernoch nicht völlig greifbar erscheinen. Ständig stehen Wechsel ins Haus, ständig springt man von einem Thema zum nächsten, mal ruhig, sphärisch, atmosphärisch mit nem Electro-Ambient Vibe, dann fordernd, aggressiv mit Noise, Industrial, härteren Gitarren und wilden Schreien, immer mal wieder irgendwo dazwischen, dann fast schon groovy und nahbar. Faszinierenderweise lässt sich in all den Einflüssen, Wechseln und wahnwitziger Experimentierfreudigkeit immernoch ein, keine Ahnung, zugrunde liegendes Konzept erahnen. Irgendwas ist da, das das Konzept zusammenhält, das Album davon abhält komplett dem Wahnsinn zu verfallen, und das ist zutiefst faszinierend. Mr Maquerelle schafft es irgendwie Noise, Industrial, Krautrock, Drone und Anklänge von Metal (wenn man das so nennen kann) unter einen Hut zu bringen, zwar extrem sperrig, abstrakt und anstrengend, aber doch mit einem gewissen System. Und auch gesanglich gibts viel geboten, von verhalltem Flüstern über manische Schreie bis hin zu giftigem Keifen, dreckigen Schreien und wahnsinnigem Lachen ist hier alles vertreten und mischt sich mit der Musik zu einem faszinierenden und sehr intensiven Spektakel.

Maquerelle ist absolute Nischenmusik für Leute, die weder Scheuklappen noch Angst um ihre Ohren haben. Das stellt der Franzose auch auf „Siffler L’Indifférence“ eindrucksvoll unter Beweis in dem er alles mischt, was schwer zu verdauen ist. Das schafft er allerdings in einer zwar anstrengenden und abstrakten, aber auch faszinierenden und betörenden Art und Weise, so dass sich das Album nach mehrmaligem Hören langsam öffnet und seine Geheimnisse preis gibt. Empfehlenswert wenn man auf experimentelle Musik steht.

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