Bestialord – Black Mass Wedding

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Schwimmen wir doch mal wieder über den großen Teich und widmen uns einer US-Band. Bestialord aus Kansas beispielsweise existieren seit 2016 und konnten ihr Lineup 2017 mit einem Bassisten vervollständigen. Seitdem stehen die Zeichen auf Sturm und 2018 folgte das erste Album. Bereits ein Jahr später folgte mit „Black Mass Wedding“ das zweite Bollwerk der Death/Doom-Bastion.

Wer allerdings 0815-Death-Doom der Marke „Doom mit Growls“ erwartet, wird schnell enttäuscht, denn Bestialord sind auch musikalisch deutlich von altem Death Metal beeinflusst. Dadurch entsteht ein räudiger Mix aus schleppendem Walzen und druckvollen, dreckigen Riffs der alten Schule. Das Album trieft vor Schwärze, Tod und Satanismus ohne die Okkultschiene zu fahren, sondern einfach durch düsteren, schweren, dreckigen und groben Death Metal. Da sorgt schon die Produktion mit seiner Rohheit (ohne schlecht zu klingen) und viel sägenden Gitarren für einen schön verkommenen Eindruck und die langsamen, gelegentlich dissonanten und oft mantra-artigen Riffs sorgen für eine schön verstörende Atmosphäre, können aber auch anders und sorgen immer wieder für rockige Ausflüge und ein paar Soli schleichen sich auch ein. Schon beim Opener und Titelsong „Black Mass Wedding“ zeigt das Trio was in ihnen steckt und sorgen für okkulte, rituelle und doch erdige Sounds, bei denen die Riffs und der Gesang im Vordergrund steht. Letzterer treibt mit grimmigen, rasselnden, aber nicht allzu tiefen Growls sein Unwesen und erhärtet damit den ranzigen Old-School-Charakter und liefert gleich noch einen bissigen bis giftigen Unterton mit. Auch das gelegentlich Mehrstimmige verleiht dem Ganzen noch etwas mehr Nachdruck. Highlight des Albums ist allerdings „Dr. Phibes„, der mit den wohl spannendsten Riffs, einem coolen Death-Metal Grundgerüst aufwartet und eigentlich nur im Refrain deutlich schwerer und stampfender zu Werke geht. Doch auch die anderen Tracks sind nicht weniger kurzweilig und sorgen für dreckigen Spaß. Alles in allem klingt die Scheibe meist wie ein langsames Death Metal-Album mit Rock-Einflüssen und nicht nach typischem Death/Doom.

Wer also Bock hat auf langsamen, old-schooligen aber doch eigenständigen Death Metal, der ranzig, etwas okkult und düster ist, der sollte Bestialord mal anchecken, denn die Jungs aus Amerika verstehen es, grimmigen Death Metal mit schwerem, langsamen Doom und ein paar rockigen Elementen zu etwas ziemlich interessantem und in Ansätzen okkulten zu verwandeln. Noch dazu schwingt hier und da der Vibe von alten Horrorfilmen mit. „Black Mass Wedding“ kann sich also absolut hören lassen.

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