Temple of Nihil – Schadenfreude

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Die heutige Band war bereits 2017 auf meinem Blog vertreten. Damals hatte das russische Trio Temple of Nihil mit „Soul Extremist“ ihre erste EP rausgebracht, jetzt lieferte die 2015 gegründete Band mit „Schadenfreude“ ihr erstes Album ab. Grund genug für mich, der mittlerweile um einen Drummer erweiterten Band einen erneuten Besuch abzustatten.

Viel verändert hat sich seit der EP nicht, denn die Band blieb ihrem nihilistischen, harschen, finsteren und schnellen Black Metal-Stil treu, hat ihn aber ein gutes Stück verfeinert, woran nicht zuletzt der frische Mann an den Fellen schuld ist. Nach kurzem Ambient-Intro geht es in die Vollen. Donnernde Drums rasen mit viel Wucht nach vorne und liefern eine Salve nach der anderen während sich ein Reigen von dissonanten Riffs, ungemütlichen Melodien und finsterem Geschredder über den Hörer ergießt. Immer mal wieder werden kurze Momente der „Ruhe“ eingestreut, in denen das Hintergrund-Ambiente, dass immer mal durchschimmert, etwas stärker zum Tragen kommt und eine schön unbequeme, nihilistische und finstere Atmosphäre aufgebaut wird. Diese wird in den deutlich dominanteren aggressiven Parts nur noch verdichtet und noch beißender, ungemütlicher und druckvoller gestaltet. Dabei gestaltet die Band ihren schwarzen Reigen doch recht ausgewogen, bringt viele Ideen unter und schafft es so, ein ziemlich dichtes und direktes, aber auch immer wieder überraschendes Album rauszuhauen, das mit geilen Riffs, tighter Produktion und viel Energie aufwartet. Auch gesanglich gehts ordentlich ab, denn zu den grimmigen Screams gesellen sich immer wieder ein paar druckvolle Growls. Markenzeichen bleiben allerdings die leicht verhallten, ziemlich sanft abgemischten und dadurch frostigen Screams, die sich immer wieder durch Mark und Gebein schneiden. Wirkliche Ausnahmesongs lassen sich auf der Scheibe dagegen nicht finden, alle haben ihren Charme und Charakter, der sich nahtlos ins finstere Gesamtbild einfügt. Seis jetzt der eher gemächliche und mehr atmosphärische Titelsong, der langsam stampfende 8-Minüter „Postbeing“ oder die Daueraggression von „Into the Slough„, alle haben ihren Platz im Bandsound und fügen sich zu einer fetten Prise Nihilismus und Hass zusammen, der sich gewaschen hat.

Temple of Nihil zeigen erneut eindrucksvoll wie gut gemachter, finsterer und aggressiver Black Metal klingen muss, wenn er auch noch eine dichte, bedrohliche und bedrückende Atmosphäre erzeugen soll. Etwas modern, etwas old-school und viel Hass sind da die Markenzeichen und so avanciert „Schadenfreude“ schnell zu einem Geheimtipp für russischen Black Metal.

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