Protean – The Burning Centuries

Protean - The Burning Centuries

Heute gehts in den Nordosten Europas, wo die Letten Protean rumoren. 2012 dauerte es etwas bis man ein komplettes Lineup vorweisen konnte, doch 2015 gings dann in die Vollen. Drei neue Mitglieder und das Debütalbum „The Burning Centuries“ sorgten für ein erstes Aufbäumen, das gleich mal ein dickes Ausrufezeichen in den goldenen Abendhimmel brannte. Allerdings nur kurz, denn seit 2017 gibts keinerlei Neuigkeiten von der Band, aber vllt kann ich sie ja hiermit wachrütteln…

Was die Jungs auf ihrem Debüt-Werk heraufbeschwören liegt irgendwo zwischen ordentlichem Black Metal, überwältigender Energie und einem schweren, antiken Unterton, der sich durch die geschichtsträchtigen Songs wie „Hannibal“ oder „The Longships Are Burning“ zieht. Dazu schwankt die Band immer wieder zwischen ordentlicher Schlagzeug-Raserei, mal norwegischen, mal schwedischen Riffs, ner gehörigen epischer Chöre und stampfendem Marschieren. Immer wieder schaut ein Hauch Ex Deo durch, der allerdings im Tremolo-Reigen und der dreckigen Finsternis kaum spürbar ist. Dabei klingt die Band zwar hier und da recht klassisch, zeigt sich aber überwiegend eher dem moderneren Black Metal angetan und sorgt mit druckvoller Produktion und melodischen Riffs für ordentlich Action. „Hannibal“ macht gleich zu Beginn klar wohin die Reise geht und liefert stampfenden, energetischen Metal mit nem ordentlichen Gespür für römische Epik, während das nachfolgende „The Black Army“ deutlich düsterer, dichter und okkulter daher kommt. So hat jeder Song eine Atmosphäre, die der jeweiligen Epoche angemessen ist, wobei sich auch der Rest des Songwritings schön abwechslungsreich, spannend und vor allem fett gestaltet. Sogar ein paar Industrial-Einflüsse finden hier und da den Weg in den Bandsound ohne störend zu wirken. Gesanglich dominieren das Spektakel deftige Growls, die sich schön harsch durch die Songs keifen, während immer wieder eingestreuter tiefer Klargesang für die passende Abwechslung sorgt und den heidnischen Grundgedanken deutlich verstärkt. 45 Minuten hält das Spektakel an und sorgt immer wieder für den perfekten Mittelweg zwischen Raserei und Erhabenheit.

Ihr sucht mal wieder nach einem Debüt, dass mit vorchristlichem Pathos und Melodik ein druckvolles und kraftvolles Black Metal-Album aufpeppen, immer wieder ein paar Überraschungen einstreuen und sowohl atmosphärisch als auch songwritingtechnisch ordentlich was auf dem Kasten haben? Proteans Debüt „The Burning Centuries“ bietet genau das was der Titel verspricht. Richtig schönes Teil.

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