Hallatar – No Stars upon the Bridge

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Aus Finnland meldete sich vor drei Jahren eine junge Band mit ihrem Debüt-Album zu Wort. Hallatar nennt sich die 2016 ins Leben gerufene Truppe, die sich aus Mitgliedern von Amorphis, Swallow the Sun und anderen zusammensetzt. 2017 folgte dann erst die Single „Mirrors“ und kurz darauf das erste Album „No Stars upon the Bridge„, die das Trio mit einigen Gastmusikern in bester Düsterstimmung zeigt.

Was die Band hier zaubert ist eine Gradwanderung zwischen sehr atmosphärischem, trägem, aber sehr melodischem Doom/Death Metal und akustischen, zutiefst melancholischen und dramatischen Songs, die dazu in krassem Gegensatz stehen, wenn auch beide die eher düstere, trübselige Stimmung bedienen. Dadurch ergänzen sich beide Seiten sehr gut und laden zum Schwelgen ein. Zum Easy-Listening wird die Scheibe dadurch trotzdem nicht, denn schwere, alles niederwalzende Riffs und grimmige Deathgrowls zerstören die Idylle und sorgen für tiefschwarze, mächtige Soundwände, die einen schier zerstampfen wollen. Ebenjener schwere, death-metal-beeinflusste Doom Metal dominiert doch ein wenig das Bild, auch wenn er immer wieder durch klassischen Doom mit epischem, emotionalem Klargesang abgelöst und erweitert wird. Leichter verdaulich wird die Scheibe dadurch aber nur minimal, man muss sich eben drauf einlassen können. Aber dann entdeckt man die Schönheit, die in der Verschmelzung von harscher Schwere, epischen Gesängen und akustischer Tristess-Ballade liegt. Vor allem die in zwei Songs eingestreuten weiblichen Vocals geben der Scheibe noch ein wenig mehr Melodie und Gefühl mit, dass einem fast warm ums düstere Herz wird. Da werden auch die härtesten Jungs schwach. Allerdings nur bis das nächste Riff zuschlägt und man wieder unter dröhnenden Gitarren und schweren Drumbeats begraben wird. 40 Minuten fühlen sich hier zwar durch die Trägheit viel länger an, doch wird man dafür mit einem extrem guten, atmosphärisch sehr dichten und emotional ziemlich durchtränkten Album belohnt, das einen mit Härte erschlägt und mit ruhigen Momenten wieder auf die Beine bringt.

Hallatar zeigen auf ihrem Debüt was die gestandenen Musiker im Lauf ihrer Karriere so gelernt haben, und das ist geile Alben schreiben. „No Stars upon the Bridge“ ist ein dichter Brocken, der sich mal mit brachialem Death/Doom, mal in melodischem Doom und mal in akustischen „Balladen“ entläd und auf den Hörer einschlägt. Dass man die drei Welten so nahtlos aneinander annähern kann, erstaunt doch immer wieder und doch ist klingt es sehr natürlich. Absolute Pflichtempfehlung für den geneigten Doom-Fan!

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