Wald – Lords of Chaos

Wald - Lords of chaos

Mit Wald und ihrem „Lords of Chaos“ bestaunen wir heute mal wieder ein schönes 90er Demo einer deutschen Band. 1996 im hessischen Vellmar gegründet bliebt dieses Demo allerdings auch das einzige Lebenszeichen der Band, die sich 2001 schon wieder auflöste. Bekanntestes Mitglied von Wald dürfte Draghkar sein, der sich seit 2005 bei Nocte Obducta um Gitarre und ein paar Vocals kümmert. Doch auch dieses eher kurzlebige Projekt verdient mehr Beachtung als sie ihrerzeit erhielten.

Das Demo kommt seinen immerhin 6 Songs (inkl. Intro) auf immerhin 30 Minuten und bietet somit mehr als genug Musik um sich einen Einblick in das geben zu lassen, was hätte werden können. Doch auch das was schon ist, klingt ziemlich überzeugend. Stilistisch überwiegend im ziemlich Black Metal-lastigen Death Metal angesiedelt, klingt das Gezeigte immer wieder nach Emperor (vermutlich dank den sporadisch eingesetzten Synthies) und mit ihrem Sinn für Melodik auch gerne mal nach schwedischem Black Metal. Soweit ich weiß hat das Demo zwar mit dem gleichnamigen Buch nichts zu tun, doch lässt sich eine gewissen Glorifizierung der Norwegischen Szene auch hier und da feststellen. Ansonsten zeigt sich die Musik allerdings ziemlich druckvoll und lässt immer wieder ein paar ordentliche Walzen vom Stapel, die es irgendwie schaffen zwischen den Melodien durchzuschimmern. Die Drums geben ordentlich Gas und auch die Riffs lassen sich nicht lumpen, statt auf Dauerfeuer zu stellen, werden allerdings immer wieder ein paar atmosphärisch-ruhigere Segmente eingestreut und immer mal wieder was am Rhythmus geschraubt. Und dann kam der Titelsong…. Dieser geht dann noch mal komplett in eine andere Richtung und mischt dem kraftvollen Sound noch eine sehr dominante Schippe Thrash mit bei, die sich in furiosen Soli, noch mehr Tempo und wilden Riff-Orgien ergeben. Die sind überall ein wenig enthalten, kommen aber nie so dominant zum Einsatz wie im Titelsong. Auch gesanglich wird sich dem angepasst und Draghkar wechselt von grimmigem Black Metal-Keifen mit ein paar vereinzelten Growls zum typischen Thrash-Gesang, mit dem er den Song ordentlich ausfüllt. Damit ist der einzige „Haken“ der Scheibe die Produktion, aber bei nem Demo sollte man da auch nicht zu viel erwarten. Es klingt nicht schlecht, aber ordentlich poliert ist es eben auch nicht und man wird mit einem leicht unrunden Gesamtbild auskommen müsse. Das gibt dem Ganzen zwar noch eine räudige Kante mit, aber auf Albumlänge hätte das sicher den Spaß etwas getrübt. Für das was es ist, ist es allerdings mehr als gelungen!

Für die Underground-Jünger dürfte dieses Demo ein Must-Have sein und auch alle anderen sollten hier mal reinhören, denn Wald verstehen es auf ihrem ersten und einzigen Demo „Lords of Chaos“ ordentlich wuchtigen und aggresiven Death Metal mit viel Black Metal und ner Portion Thrash zu einem wilden aber melodischen Werk zu kombinieren, dass sich mit seinen 30 Minuten weder übernimmt noch stagniert. HAIL the Lords of Chaos!!

Links:

Metal-Archives

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s