Anubis – Heroine

Anubis - heroine

Heute dreht sich mal alles um Intrigen und interessante Bandgeschichten. In der Hauptrolle die Hanauer Gothic Metal-Band Anubis, deren Biographie sich damals las als wäre sie von einem dreijährigen geschrieben worden. 1995 gegründet entbrannte gleich eine kleine Krise als dem Bandleader unterstellt wurde nicht an Gott zu glauben. Die Konsequenz: das Mitglied wurde entfernt und ein Album über Gott geschrieben. Später unterstellte ein weiteres Mitglied dem Bandleader er wäre ein Diktator. Die Konsequenz? Natürlich der Rauswurf und ein Album über Faschismus…. Ich beginne ein Muster zu sehen… Trotz alledem gelang es der Band ganze fünf Alben aufzunehmen, die heute allesamt nur schwer aufzutreiben sind. „Heroine“ ist eines davon und erschien 2000 und bietet über eine Stunde feinsten Gothic Metals.

12 Songs füllen das Album mit düsteren Riffs, kräftigem, tiefem Klargesang und einem leicht mittelalterlichen Grundgefühl hier und da. Düster und melodisch gestalten sich die meisten Songs, die durch ein paar Keyboard/Pianos noch etwas Melodramatisches mit auf den Weg kriegen, sich ansonsten aber ganz in ihrem düsteren Pathos verlieren und sowohl beim weiblichen als auch beim männlichen Gesang viel auf Melodie und Emotion setzen, diese kraftvoll rüberbringen und den Lyrics ihren schwarzen Lauf lassen. Dabei zeigt sich der Herr am Mikro deutlich düsterer und trübsinniger als die fast schon arienartige weibliche Stimme. Untermalt werden beide Welten mit soliden Riffs und ordentlichem Drumming. Mal schleichen sich ein paar auflockernde Solos ein, ansonsten versucht man sich melodisch aber nicht zu aufdringlich durch die Stücke zu hangeln, was auch ziemlich gut klappt, immerhin haben einige der Riffs Ohrwurmcharakter. Abwechslungsreich wird es auch, hier ein paar Growls, da ein paar Death Metal-ige Gitarren, düstere und traurige Akustiksektionen und ein paar sporadisch verstreute Keyboardeinlagen lockern das fast schon doomig-träge Trübsal auf. Dadurch sorgen die Hessen auch immer wieder für Überraschungen, bleiben ihrem Grundsound allerdings durch die Bank weg sehr treu. Der beruft sich auf klassischen Gothic Metal ohne große Schnörkel, dafür sehr gut dargeboten und mit viel Pathos und Atmosphäre ausgerüstet.

Gothic Metal-Fans dürften mit dem Album also auf jeden Fall auf ihre Kosten kommen, aber auch interessierte könnten hier auf einiges Stoßen was ihnen zusagen könnte. Anubis erfinden zwar das Rad nicht neu, doch der solide Gothic Metal, den sie auf „Heroine“ abliefern, bringt mich immer wieder zum mitnicken und mitsingen, Ohr riskieren lohnt sich also.

Links:

Metal-Archives

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s