Ravendust – Ultragod

001_Frontcover

Mit „Ultragod“ meldet sich ein frisch formiertes Soloprojekt zum ersten Mal zu Wort. Bekannt sein dürfte der Mann hinter dem Namen Ravendust vor allem durch seine Hauptband Chotzä. Dass er allerdings auch als Einzelkämpfer einiges zu bieten hat beweist er auf seinem frisch erschienenen Debüt.

Musikalisch bleibt Herr Ravendust wie erwartet dem Back Metal treu und präsentiert selbigen in klassischer, schnökelloser und direkter Art und Weise. Auch lässt er die Black’n’Rollige Schiene von Chotzä außen vor, ballert stattdesen wüst und rasant drauf los und geht nur wenige Kompromisse ein. Düster und kraftvoll wird eine feurige Breitseite an Blast Beats und Tremolo Picking vom Stapel gelassen, düstere Dissonanz übernimmt das Zepter und ein schwarzer Reigen bricht über dem Hörer zusammen. Dabei wechselt der Herr immer wieder zwischen schnellem, aggressivem und technisch anspruchsvollem Black Metal-Abriss und langsamen, atmosphärischen Segmenten, die dem ganzen einen okkulten und intensiven Beigeschmack. Aggressiv und atmosphärisch halten sich hier ziemlich schön die Wage und alternieren flüssig. Langeweile kommt also nie wirklich auf. Stattdessen wird man in einen schwarzen Sumpf gezogen, der mit überraschend vielen Details daher kommt und auch gesanglich bekommt man einiges geboten. Von grimmigen Screams über düsteres, verhalltes Keifen bis zu kehligem Flüstern wechselt Raven zwischen allem was das schwarze Herz begehrt. Um musikalisch für Abwechslung zu sorgen liefert das Projekt hier eine melodische Lead, die sich im Hintergrund versteckt, da punkige Drum-Einlagen und technisch anspruchsvolle und immer mal wieder sperrige Riffs, die sich in das Black Metal-Feuerwerk mischen und dem Album einiges an Mehrwert mitgeben. Doch auch die Songs an sich zeigen sich hier und da unkonventionell, immerhin sieht man nicht oft Black Metal-Songs, die unter zwei Minuten lang sind, wenn man nicht gerade im dreckigsten War/Grind unterwegs ist. Diese Länge ist normal für Intros und Interludes reserviert, wovon auch Ravendust bei „Shadow“ und „Invokation“ Gebrauch macht. Auch schleichen sich hier und da sanft einleitende Stücke in die Songs, die etwas an Aggression rausnehmen und mehr an der Stimmung arbeiten. Den atmosphärischen Höhepunkt erreicht das Album dann bei „The Dreamer„, der seinem Namen alle Ehre macht und mit viel Melodie und vergleichsweise ruhiger Herangehensweise wie ein kurzer Traum innerhalb des Albums wirkt, bevor das sehr ruhige bis epische „Silence“ das Album ausklingen lässt.

Die Schweiz und Black Metal ist mittlerweile nichts ungewöhnliches mehr und so überrascht es auch nicht, dass Ravendust mit seinem Debüt „Ultragod“ sofort überzeugen kann. Geboten wird technisch sehr guter Black Metal der alten Schule, aggressiv und düster und mit genug Abwechslung und Ideen um die 40 Minuten spannend zu halten. Ultragut würde ichs vermutlich nicht nennen, aber geil wars trotzdem. Bärner Black Metal Terror mal anders.

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