Zeugen der Leere – Erinnerungen an Theia

Zeugen der Leere - Erinnerungen an theia

Wieder in den heimischen Gefilden unterwegs, beehrt uns heute mal wieder ein alter Bekannter. Zeugen der Leere begleiten mich bereits seit ihrem Debüt 2014, also seit kurz nach ihrem Wechsel vom alten Namen Ruins of Remembrance. Nach dem Debütalbum folgten erst ein paar Ambient-EPs, die mir relativ egal waren, bevor es still um die Band wurde. Nach 5 Jahren meldet sich die Truppe allerdings mit der „Elegie„-EP lautstark zurück und schiebt kurz danach mit „Erinnerungen an Theia“ ein Album hinterher, letzteres soll heute Thema sein.

Musikalisch hat sich die Band dabei in all den Jahren nur leicht verändert. Im Zentrum steht immer noch sehr emotionaler, melodischer Black Metal mit tiefsinnige Texten und packender Dynamik. Während bereits das Debüt-Album mit langen Songs aufgewartet hat, legt man hier allerdings noch einen drauf. Vier Songs zwischen 12 und 16 Minuten füllen das Album und versprechen einen ziemlich atmosphärischen Trip. Von der voluminösen, auf Atmosphäre und Dichte ausgelegten Produktion über die Ambient-Hintergrundbeschallung und die schwelgenden Melodien bis zum emotionalen, ziemlich gut verständlichen Keifen spielt der Stimmung jedes Detail in die Karten. Einzig der doch ziemlich steril und hölzern klingende Drumcomputer macht dem Album hier und da einen Strich durch die Rechnung, fällt aber im Gesamtbild nur hier und da wirklich aus der Reihe. Dafür sorgt der kräftige Bass, die ausufernden Gitarrenaufbauten mit melancholischen Melodien, bisschen Geholze und etliche postigen Einschüben. Die Keyboards im Hintergrund füllen dann noch die letzten Lücken mit sphärischem Wabern und düsteren Elementen während sich im Vordergrund Denny das Leid von der Seele klagt, von Trauer, Vergänglichkeit und düsteren Träumen singt. Viel Abwechslung bietet die Stimme nicht, doch das braucht es auch gar nicht, wenn man mit jedem Wort spürt wie tief ihn jeder Song berührt, außerdem sorgen die Instrumente bereits für ordentlich Variation soweit es die Stimmung zulässt.

Zeugen der Leere haben mich einmal mehr überzeugt. Auch auf ihrem dritten Metal-Release „Erinnerungen an Theia“ bleiben sie ihrer Linie treu, erweitern sie allerdings ein weiteres Mal um Einflüsse aus dem Post, dem Atmospheric Black Metal und ein paar weiteren Nebencharakteren. Dabei bleibt die Musik nicht nur emotional ziemlich mitreißend, sondern schafft es sich immer wieder spannend zu halten ohne die Stimmung und Dichte der Musik zu schaden. Somit bleibt das einzige Manko der Drumcomputer, der etwas organischer oder zumindest weniger dominant hätte sein können, aber geschenkt.

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