Reawacan – Reawacan

Front Cover

Unter dem Namen Reawacan vereinten sich die beiden langjährigen Bandkollegen Marco und Dan, die mit Lacrima Christi bereits Mitte der 90er die hessische Szene aufmischten. Nach einigen Jahren der Pause sind sie jetzt im wahrsten Sinne des Wortes „reawaken“ und lieferten Ende 2019 ihr selbstbetiteltes Debüt-Album vor auf dem sie nach eigenen Angaben stilistisch variablen Death Metal abliefern.

Schon gleich zu Beginn sieht man die Selbsteinschätzung der Band bestätigt, startet „Anonymous Madness“ doch als staubige Stoner-Nummer mit Melodic Death Metal-Einflüssen und auch im weiteren Verlauf lässt man sich nicht auf eine Genre festnageln. Hier mit viel Groove unterwegs, da sehr melodisch und immer mal wieder kleinere Ausflüge in den Old School-Death lassen keine Wünsche offen und der Sound, den Andy Classen dem Album verliehen hat, ist nicht nur ordentlich kraftvoll, sondern lässt den Gitarren noch etwas Luft zum Knarzen. Damit wirkt die Sache gleich viel organischer ohne lasch zu werden. Dadurch kommen die ziemlich starken und vielschichtigen Riffs richtig schön zur Geltung, die Lead-Melodien mogeln sich immer wieder ins Zentrum und das schön groovige Drumming mit erstaunlich vielen eigenen Ideen gibt dem ganzen mehr als nur ein Grundgerüst. Stattdessen liefert jedes Instrument für sich eine spannende Show ab, die sich allerdings zu einem passenden Ganzen zusammenfügen lassen ohne das irgendwer aus der Reihe tanzt. In „Der Traum“ wirds dann bisweilen sogar psychedelisch mit gehauchtem Klargesang und hypnotischen Riffs, dazu immer mal wieder kurze Akustiknummern, die dem druckvollen Sound des Albums leicht entgegenwirkt und selten lassen sich auch mal Keyboard-Streicher vernehmen. Auf diesen Schmelztiegel an Einflüssen und Ideen setzen sich die Vocals wie ein grimmiger Deckel, der mit seinem gurgelnden, aber noch recht verständlichen Gegrowle etwas Räudiges mit einfließen lässt und die klassischen Death Metal-Einflüsse etwas stärker heraushebt als es die Musik tut. Auch gibts hier weniger Abwechslung, dafür ist das Gebotene absolut kompetent und kraftvoll. „We are back!“ Jawoll! Hier wollens zwei Metal-Veteranen nochmal richtig wissen und lassen dafür keine Sperenzchen aus. 40 Minuten füllen sich so mit irgendwas Death Metal-artigem, das keinen Stein auf dem anderen lässt.

Wer ohne Scheuklappen durchs Leben geht, dem können Reawacan nichts anhaben, Genre-Puristen dürften sich an der illustren Mischung aus klassischem Death, Melo Death, Stoner und Groove allerdings die Zähne ausbeißen. Kein Song klingt wie der andere und doch wirkt die Scheibe wie aus einem Guss. Hier noch kleinere Spielerein mit Akustik- oder Symphonik-Segmenten und ein kraftvolles Gesangsorgan und fertig ist ein deftiges Debüt-Album, das sich gewaschen hat. Bei dem Album sollte man mehrere Durchläufe einplanen, sonst entgehen einem so viele Details und Ideen und das wäre ja schade. Also: reinhören!

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2 Antworten zu “Reawacan – Reawacan

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