Anubis – Kassandra – Die Schrift gegen den Krieg

Anubis - Kassandra

Diese komplett in Vergessenheit geratene Truppe aus Hanau habe ich mit einem anderen Album hier schonmal verewigt (glaube ich…). 1995 gegründet lieferten Anubis immerhin 5 Alben ab bevor sie sich irgendwann Mitte der 00er auflösten. „Kassandra – Die Schrift gegen den Krieg“ ist das vorletzte, erschien 2002 und ist zumindest in Teilen ein Statement gegen Krieg, kommt aber auch mit viel Herzschmerz und dunkler Romantik daher.

Musikalisch bewegt sich die Band von Anfang bis Ende im gemächlicheren Bereich des Gothic Metals, baut also viel über eine schwere und düstere Atmosphäre auf. Sanftes, einfaches Drumming unterstützt fast schon doomige Riffs, die hier und da etwas düster-rockig werden, immer mal ein kleines Soli einschieben, aber sonst überwiegend schleppend voranschreiten und jeden Ton lange auskosten. Um dem Ganzen etwas mehr Pepp mitzugeben liefert das Keyboard ordentlich was ab und gibt der Scheibe eine ordentliche Portion Orchestration mit auf den Weg, dass es schon fast an Symphonic Metal grenzt. Immer, wenn die Band Gefahr läuft, kitschig zu klingen, lässt das allerdings nach und zieht sich ein Stück zurück. Dazu helfen langsame und sehr ruhige Interludes beim Aufbauen der düster-melancholischen Stimmung, gehen dabei auch gerne Mal auf Tuchfühlung mit Ambient und Industrial. So wirklich zeigen will sich der Metal-Anteil auf diesem Album allerdings nicht. Zaghafte Riffs trauen sich immer wieder mal ins Rampenlicht, ansonsten beschränkt man sich auf bereits erwähnte Ein-Töner und lässt dem Keyboard und vor allem den Vocals den Vortritt. Apropos Vocals…  die zeigen sich hier von ihrer farbenfrohsten Sorte. Zwar liefert die Hauptarbeit der betörende Klargesang von Frontfrau Barabara, doch bringen Gastsänger immer mal etwas tiefen Männdergesang mit ein. Auch lockern verschieden Samples oder Spoken Word-Passagen das Klangbild weiter auf. So hält die Band die Stunde Trübsal und Vergänglichkeit frisch und spannend, so dass man trotz dichter Atmosphäre doch immer neue Sachen entdecken kann, was gerade bei eher langsamen und ruhigen Alben wichtig wird.

Düster, sanft und doch ziemlich kraftvoll zeigen sich Anubis auf ihrem vierten Album. Wem Gothic Metal also zusagt auch wenn er schwer und träge daher kommt, der ist hier genau richtig, denn davon hat „Kassandra – Die Schrift gegen den Krieg“ mehr als genug, bleibt aber immer spannend und hält seine Atmosphäre sowohl dicht als auch frisch. Schade, dass es die Truppe nicht mehr gibt, aber waren vermutlich innere Streitereien, wenn man die Bandbiografie etwas weiterdenkt…

~~Leider kein Video zu finden 😦 ~~

Links:

Metal-Archives

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