Gravespawn – The Elder Darkness

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Wir verbleiben auch heute im Black Metal, wandern allerdings von Südamerika in den Norden, wo die US-Amerikaner von Gravespawn seit 2004 ihr schwarzes Unwesen treiben. Zentrale Figur der Band war schon immer Reaver, der sich immer mal wieder Mitstreiter gesucht hat, seit letztem Jahr allerdings wieder allein unterwegs ist. Im Alleingang entstand dann auch das im März erschienene neue Album „The Elder Darkness„, nur für die Aufnahme suchte es sich noch einen Drummer und Bassisten.

Ohne großes Intro gehts direkt in die Vollen und Reaver bombardiert den Hörer mit sägenden Riffs, rumpelnden Drums und epischen Keyboards. Wirklich symphonisch ist der Reigen dabei allerdings nicht, die Keyboards liefern überwiegend nur chorische Elemente im Hintergrund, die dem Album einen epischen, erhabenen Unterton verleihen. Ansonsten bekommt man hier klassischen Black Metal zu hören, rumpelnd und dreckig, aber doch ziemlich gut produziert. Die Gitarren sägen sich kreischend von einem Riff zum Nächsten, immer auf der Suche nach einer imposanten Melodie ohne an Grimmigkeit und Atmosphäre einzubüßen. Von der Dichte der Gitarrenwand erinnert das gerne mal an Atmospheric Black Metal, hebt sich aber mit seinen Riffs, Melodien und Aggression ein ganzes Stück davon ab. Was die Geschwindigkeit angeht, geht es allerdings selten hart zur Sache, da bleibt man lieber im gemächlichen, epischen Midtempo um seiner Atmosphäre die volle Freiheit zur Selbstentfaltung zu geben. Die Drums untermauern das mit soliden Double-Bass-Geschwadern und überraschend interessantem Grundrhythmus. Überraschend, da sie doch recht leise abgemischt wurden, als wolle man Schwächen verstecken, was sich so allerdings nicht bestätigt findet. Der Bass hält sich ebenfalls eher bedeckt, schimmert hier und da etwas durch, macht sich aber in keiner Weise groß bemerkbar. Die Vocals auf der anderen Seite präsentieren sich als zentraler Aspekt der Musik, trauen sich aber nicht, die Instrumente zu dominieren und so keifen sie sich grimmig im Mittelfeld voran, giftig, bissig und immer mal von Growls unterstützt. Zum Abschluss der Scheibe kriegt man noch ein kleines Slayer-Cover auf die Ohren („Die by the Sword„), das immernoch die Geschwindigkeit des Originals besitzt, ansonsten aber komplett im Bandsound aufgeht.

Für Freunde des leicht melodischen und epischen aber nicht zu kitschigen oder weichgespülten Black Metals ist dieses Album allemal zu gebrauchen. Immer wieder wird man überrascht von einem packenden, treibenden Riffs, ergibt sich in einer bedrückenden Atmosphäre oder lässt die Melodien durchs Ohr säuseln. Gravespawn gehen auf ihrem neuen Album ordentlich nach vorne und liefern ihr wohl bisher stärkstes Werk ab, das Aggression gekonnt mit Epik und Soundwand vereint. Hört also mal in „The Elder Darkness“ rein!

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