Ar da Desgraça – Praeludium Tenebras

cover

Erneut bleiben wir beim Black Metal, diesmal allerdings aus Brasilien. Ar da Desgraça heißt die Band von Mastermind Pestenegra, die seit 2005 aktiv ist. In dieser Zeit hat man nicht nur etliche Lineup-Wechsel hinter sich gebracht, sondern auch 2 Alben, eine EP und ein Demo veröffentlicht. Das neuste Album erschien dieses Jahr, doch wir kümmern uns heute um das Debütwerk „Praeludium Tenebras“ von 2017.

Was Ar da Desgraça auf ihrem Debüt liefern ist klassischer Black Metal der 90er-Schule, ohne Schnörkel, immer mal etwas schief gespielt, aber mehr als solide dargeboten. Die Drums böllern wild drauflos und lassen wenig Zeit für Pausen aufkommen. Stattdessen liefern sie ein Bassdrum-Dauerfeuer ab,  in dem sich immer wieder kleine Details bemerkbar machen um es von Einheitsbrei zu lösen. Dazu rasen die Gitarren fast genauso schnell durch ihre Riffs und Tremolos durch wie die Drums und bekommen durch die eher rohe Produktion mit leichtem Kratzen und Rauschen noch ein gutes Stück mehr Volumen dazu. Hier und da wird der schwarze Reigen durch ruhige, atmosphärische Interludes unterbrochen (wie im Mittelteil von „Eis a Nossa Oferenda„), ansonsten werden hier aber keine Gefangenen genommen. Immer mal wieder lässt die Band es zwar ruhiger angehen und lässt dabei auch immer mal etwas melodischeres durchschimmern, den Großteil der Scheibe gibt die Band allerdings Vollgas. Hier und da lässt man sogar noch ein paar moderne Darkthrone-Riffs durchschimmern, die bilden allerdings doch eher die Seltenheit. Doch sind es ja gerade die Ausflüchte in etwas ruhigere oder anders klingende Gefilde, die den aggressiven Reigen noch aggressiver und das Album abwechslungsreicher werden lassen. Dazu baut sich dadurch eine schön düstere Stimmung auf, die sich durch das ganze Album zieht. Gesanglich bleibt die Band genauso klassisch wie auf Seiten der Instrumente und füllt das Album mit bissigem, leicht heiserem Keifen und Krächzen. Wirklich neu ist das alles nichts und sauber gespielt ist hier auch nicht alles, immer mal wieder schleicht sich ein Verspieler ein, der meist auch noch in den Lead-Solos auftritt, doch passen die irgendwie doch ziemlich gut ins Gesamtkonzept.

Ar da Desgraça liefern mit ihrem Debüt „Praeludium Tenebras“ schonmal ein ordentliches erstes Lebenszeichen ab, das nach klassischem, vielleicht leicht melodischem, aber ziemlich aggressivem Black Metal der 90er klingt, viel Tremolos und Double-Bass parat hält und mit einigen Spielfehlern charmant und bodenständig daher kommt. Gleichzeitig sind die Riffs von Anfang bis Ende ziemlich geil gemacht, die Tempowechsel hier und da passen sich nahtlos in den Sound und die etwas rumpelige Produktion tut ihr Übriges um dem Album einen wilden und ungebändigten Ausdruck zu verleihen. Ob man ein weiteres Album dieser Art braucht, sei mal dahin gestellt, denn Spaß machts allemal!

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