Yarast – Tunguska 1908

Yarast_Tunguska1908

Heute bewegen wir uns mal wieder nach Russland…oder nicht? Thematisch sicherlich, dreht sich das Album „Tunguska 1908“ doch um Sowjet-Geschichte und den Kalten Krieg, doch kommt die dazugehörige Band aus Rom. Die spinnen wohl, die Römer. Seit 2011 gibt es Yarast jetzt bereits, doch hat sich hier und da mal etwas an der Besetzung geändert, so dass es kurz vor den Aufnahmen zu diesem Album zu einem Sängerwechsel kam, den die Band allerdings ziemlich gut weggesteckt hat, wenn man sich das Ergebnis mal so anhört.

Dabei machen die Jungs aus Italien nicht so viel anders als die meisten anderen Bands ihrer Zunft. Die Themen der Songs sind vielleicht etwas ungewöhnlich, doch zelebriert die Truppe auf dem Album soliden modernen Melodic Death Metal, mit sauberer, kraftvoller Produktion, ordentlichen Riffs und Core-Einflüssen. Genretypisch liegt das Hauptaugenmerk auf sehr melodischen Gitarrenlinien, die mit eher einfachem Drumming begleitet werden, doch lässt sich die Truppe nicht lumpen und baut hier und da kleine Schübe klassischen Death Metals eins oder schieben mächtig in Richtung Metalcore mit Breakdowns, „proggigen“ Riffs und ähnlichen Geschichten. Hier und da noch ein kurzes Akustik-Interlude, bevor der nukleare Winter wieder zur Sprache kommt und fertig ist das Grundkonzept. Aus diesem bricht die Band auch nur selten aus, beispielsweise im leicht thrashigen und ziemlich geschäftigen „Blood Path„. Zu diesem modernen Reigen gesellen sich die grunzenden Growls von Sänger Matteo wie ein Donnergrollen, doch bleiben sie immer ziemlich gut verständlich. Alles in Allem liefert die Truppe in den 40 Minuten ziemlich ordentlichen Melodic Death Metal der ganz modernen Schule, der immer wieder mit coolen Riffs und kleineren Höhepunkten aufwarten kann ohne zu sehr aus der Rolle zu fallen.

Melo Death-Fans sollten bei Yarast voll auf ihre Kosten kommen und bekommen mit dem Sowjet-Thema auch gleich noch eine Prise Exotencharme, alle anderen bekommen immer noch ein ziemlich solides Scheibchen, das die Waage zwischen zu modern und oldschool hält und mit ordentlich Energie, strammen Riffs und immer mal wieder etwas Abwechslung nicht so schnell langweilig werden dürfte. „Tunguska 1908“ kann man also getrost weiterempfehlen.

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