Scythia – Lineage

Scythia - Lineage - Album cover - web

Einen Tag später als sonst (arbeitsbedingt… fuck Corona), aber nicht minder motiviert gehts heute mal nach Kanada. Scythia nennt sich unsere heutige Band, die sich 2008 unter dem sperrigen Namen Thorgen Hellhammer’s Orc Rampage gründete. Noch vor dem ersten Album erfolgte allerdings die Umbenennung. Bis zur Auflösung 2018 erschienen unter dem Scythia-Banner dann vier Alben und eine EP. Das letzte Album der Truppe, „Lineage“ wird euch heute mal etwas vorgestellt.

Gleich der Opener geht in die Vollen und zeigt einem den Weg auf, den die Scheibe nehmen wird. Epischer Power Metal mit symphonischen Elementen, leichten Progressive-Einflüssen und ein paar folk-artige Melodien und fertig ist der Lack. Wer also mal wieder ein Album hören will während er mit dem Schwert in der Hand auf einem Berg steht, der ist hier genau richtig. Ohne den Kitsch von EuroPower gibts hier deftige Riffs auf die Lauscher, die zwar melodisch aber auch voller Energie über einen hereinbrechen, sich immer mal zu kleineren Prog-Parts hinreißen lassen und unterschwellig ein paar Ensiferum-Melodien mit unterbringen. Hier und da ein paar Solis zur Auflockerung und als gestreckte Instrumentalparts zeigen das ganze Können der Instrumentalfraktion. darunter besagte Gitarren, aber natürlich auch die Drums, die nicht nur für ein solides Grundgerüst, sondern auch immer wieder für kleine Hingucker sorgen und das Album mit coolen Rhythmen bereichern. Sogar der Bass schafft es immer mal wieder aus dem Sound herauszustechen und hier und da ein paar coole Linien zu ziehen. Deutlich dominanter sind da schon die Keyboards, die mit Epik und Orchestration um sich werfen ohne zu kitschig auszufallen. Hier und da ufert das Ganze in Zirkusmusik aus, passt aber selbst da erstaunlich gut ins Gesamtkonzept, wenns auch erstmal nach Nightwish’s „Imaginaerium“ erinnert. Meist gehts dann aber doch eher in Richtung Blind Guardian. So formt sich musikalisch schnell ein fordernder Mix aus treibenden Riffs, epischen Keyboards und einem Geschichtenerzähler-Charme. Letzterer wird allerdings erst von den Vocals so richtig ausgereizt, die mit epischem Klargesang, der irgendwo zwischen klassischem epischem Power Metal-Klargesang, gern auch mehrstimmig, und ein paar eingestreuten Screams wechselt. Dadurch behält sich die Truppe ein wenig Ecken und Kanten und kann doch ihre epischen Geschichten in ein gebührendes Gewand kleiden. Noch dazu sorgt der Gesang dafür, dass jeder Song einem sofort im Ohr festhängt und man eigentlich gar keine Wahl hat als mit zu grölen. 43 Minuten puren Pathos und Epik bekommt man hier auf die Lauscher, gefüllt mit Geschichten von Schlachten, Fantasy und Historien.

Power Metal kann kitschig sein, stimmt. Er kann aber auch verdammt geil sein. Scythia schaffen den Spagat und zaubern mit „Lineage“ ein Album, das zwar vor Pathos trieft und voll auf Eingängigkeit getrimmt ist, aber durch seine proggigen und folkigen Passagen genug an Mehrwert dabei hat, um trotzdem kraftvoll, hart und eben nicht kitschig zu bleiben. Die Riffs schlagen ein, der Gesang reißt von Anfang bis Ende mit und auch die Geschichten selbst sind einfach nur episch. Kaufen! 😉 

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