Anheim – Märe einer alten Zeit

Anheim - Maere einer alten Zeit

Mit Anheim hat sich eine Truppe von Musikern aus szenebekannten Würzburger Bands wie Vehemenz und Kain zusammengerauft um melodischeren Black Metal zu spielen. Anfang des Jahres gegründet hat man bereits den ersten Sänger vergrault und eine erste EP namens „Märe einer alten Zeit“ veröffentlicht. Dafür brauchen andere Bands 10 Jahre, also kann man gespannt sein, wie viel da noch auf uns zukommt.

Mit ihren ersten vier Songs ist die Band zumindest schonmal auf nem ziemlich guten Weg. Sauber produziert und mit fettem Sound kommt da ein wahres Black Metal-Brett auf uns zu, dass leicht in Richtung Dissection schielt, sich dann aber doch dazu entscheidet in eine atmosphärischere und düster-schwere Richtung zu gehen. Melodische Riffs treffen auf druckvolle Drums, die auch gerne mal Blast Beats abfeuern, sowie düstere Keyboards, die im Hintergrund die Lücken auffüllen. Ständig schwankt das Gezeigte zwischen krachender Raserei und drückender Schwere und ist sich auch für einen Hauch Epik nicht zu schade. Ganz so ausschweifend wie bei Mephorash wird der Okkultismus hier zwar nicht, doch zaubert die Truppe einen schönen düsteren und dichten Nebel aus Schwärze. Unterbrochen wird der Reigen nur durch ein paar fast schon rockige Riffs in „Nevosia“ und dem Glockenspiel-Intro von „Loch Khan Otrov„. Die Band schafft hier eine wirklich gute Balance und hält die doch auf immerhin 24 Minuten kommende EP mit geilen Riffsalven, viel Energie und einem Hauch Melodik frisch. An den Instrumenten gibts nix zu meckern, die zeigen sich so tight wie ichs erwartet hab, es wird verdammt gut mit dem Tempo gespielt um Abwechslung und Atmosphäre aufzubauen und auch die Vocals passen sich perfekt ins Bild. Garstig keift sich Ezz durch die vier Stücke, bleibt dabei immer etwas hinter den Gitarren, bekommt aber durch massive Growlwände stellenweise einen kraftvollen Gegenspieler, mit dem er hervorragend harmoniert.

Was Anheim auf ihrer ersten EP zaubern hat mehr als nur Potential. Das Songwriting der jungen Band ist bereits on-point und schafft es spielerisch Schweremut mit brachialer Gewalt zu kontern. Atmosphäre und Raserei halten sich gekonnt die Waage, die Riffs sitzen und reißen jeden mit sich, die Drums geben dem ganzen noch mal ne Ecke mehr Bumms und auch die Vocals passen hervorragend ins Bild. So hat sich „Märe einer alten Zeit“ doch heimlich während der Torschlusspanik in meine Jahrehighlights hineingespielt. Einfach geiler, straighter Black Metal.

Anheim – Nevosia by Anheim

Links:

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