Mazikeen – The Solace of Death

282-1

Nachdem die letzten Alben ja alle eher von lokalen Bands stammten, wird es doch mal wieder Zeit über den Tellerrand zu schauen, diesmal mit Mazikeen aus Australien. Die haben nämlich mit „The Solace of Death“ vor Kurzem ihr Debüt-Album vorgelegt, was nach bereits sieben Jahren Bandgeschichte auch langsam Zeit wurde. Mit von der Partie sind Mitglieder von Six Feet Under oder Devolved. Diese Bands haben aber musikalisch so gar nichts mit Mazikeen gemeinsam.

Auf „The Solace of Death“ braut das Australische Quintett eine brachiale Mischung aus Black und Death Metal mit dominanten Keyboards. Mit kraftvoller aber kühler Produktion entfaltet sich ein über 50-minütiges Spektakel aus rasanten und steril klingenden Drums, meist als Blast Beats, wildem Riffing und markerschütterndem Gekeife zwischen Growl und Scream. Wer hier auf sanften Symphonic Black gehofft hat, der wird einfach überrollt. Pause? Gibts keine, stattdessen ballert die Band ein rasantes Riffs nach dem anderen raus, untermauert durch abwechslungsreiches high-speed-Geballer und einen schön dichten Keyboardteppich irgendwo im Hintergrund. Immer wieder schafft es die Band ihren Terror-Riegen aufzulockern ohne auch nur ein bisschen an Aggression und Geschwindigkeit einbüßen zu müssen. Hier ein wenig verhallter, weiblicher Klargesang, bei dem es einem kalt den Rücken runter läuft, da etwas groovigeres Geknüppel, da ein unverhoffter Melodiebogen und so weiter und so fort. Die Scheibe ist gefüllt mit Energie, Spielfreude und wildem Black Death…und dann stellt man fest, dass man erst bei Track 2 angekommen ist und fragt sich wie man die Scheibe überleben soll. Bei Stücken, die auch gerne mal die 10-Minutenmarke überschreiten kein Wunder. Doch es geht weiter und immer wieder wird man überrascht wie man so viel Filigranität in symphonisches Geholze packen kann um es nicht nur hart sondern auch facettenreich, tiefgründig und fesselnd zu gestalten. Man merkt den Jungs zu jeder Sekunde an, dass sie schon länger im Musikgeschäft unterwegs sind und in den Jahren gelernt haben wie man Songs schreibt. Nach dem eigentlichen Album huldigt die Band in vier Covern nochmal schnell ihren Vorbildern (und füllen nochmal 20 Minuten). Mit Mayhem, Dissection, Darkthrone und Dimmu Borgir sind genau die Herrschaften vertreten, denen man wohl den Sound der Scheibe zu verdanken hat und packt sie standesgemäß in einen an die Band angepassten Sound. Und was am wichtigsten ist: bringt sie überzeugend rüber.

Wer von weichgespültem Symphonic Black die Nase voll hat, der sollte mal in diesen Hassbatzen aus aggressivem Black/Death mit Keyboards reinlauschen. Voller Energie und in atemberaubendem Tempo wird hier über 70 Minuten lang (die Cover mal mitgezählt) voll aufs Fressbrett gehauen. Mazikeen haben mit „The Solace of Death“ ein echtes Brett abgeliefert. Absolut empfehlenswert.

Links:

Bandcamp    Facebook    Metal-Archives    ReverbNation

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s