Titi Niti – Schrotuzi

cover

Heute gibts mal wieder was kurzes, knackiges auf die Lauscher. Dass Mitglieder der Japanischen Kampfhörspiele, allen voran „Mastermind“ Christof Kather auch abseits ihrer Hauptband Musik machen, dürfte kein Geheimnis sein. So haben sich in den letzten Jahren etliche kleinere und größere Nebenprojekte angesammelt. Eines davon ist Titi Niti, das 2015 mit der EP „Schrotuzi“ sein bisher einziges Werk veröffentlichte.

Musikalisch hätte diese EP auch unter JaKa laufen können, denn viel anders klingt die Scheibe nicht. Auch textlich bekommt man den gewohnt bissigen und schneidend-gesellschaftskritischen Kommentar von Herrn Kather auf die Lauscher. Hier gibts es politischen Grindcore in Reinform auf die Nüsse, von kurzen, aggressiven Attacken wie das 22-sekündige Hochgeschwindigkeitsejakulat „Drogen“ bis zum 5-minütigen Groove-Monster „Freiheit„. Die Riffs sind gewohnt tight, das Songwriting typisch grindig-chaotisch, aber mit viel Feingefühl für nen roten Faden und kleinere Melodiebögen oder ähnliche ideen finden auch ihren Weg in den punkig-dreckigen Reigen. Gerade „Freiheit“ baut etliches Ideen ein, die man so von JaKa vielleicht nicht ganz gewohnt ist, während „Idiot“ dann schon eher in die altbekannte Kerbe schlägt. Dabei bleiben die Jungs an der Grenze zwischen Punk und Metal und fühlen sich das sichtlich und hörbar wohl. Auch gesanglich bietet die 12-minütige EP die gewohnten Wechsel zwischen bissigem, heiserem Geschreie, grunzenden Growls und kleineren Effekten, wie immer sind die Wechsel on-point und laden zum mitgröhlen ein. Die kurze EP bietet damit zwar nicht viel Neues, doch macht das Ding auch nach dem 15. Durchlauf in Folge noch Bock und bringt seine Energie ziemlich fett rüber.

Wer hier eine Neuerfindung des JaKa-Sounds hofft, der wird wohl enttäuscht werden. Wer aber eine weitere EP aus dem Kosmos gut gebrauchen kann, der kann mit Titi Niti nix falsch machen. Die Herren bieten eine solide Erweiterung ihrer Diskographie auf gewohnt sehr hohem Niveau. Grindfans dürften hier locker voll auf ihre politischen Kosten kommen, demnach kann man „Schrotuzi“ nur empfehlen.

Links:

Bandcamp    Metal-Archives

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