The Hand of Doom – Poisonoise

The Hand of doom - Poisonoise

Heute beschäftigen wir uns tatsächlich mal mit deutscher Metal-Geschichte. The Hand of Doom sind, wenn man den Metal Archives glauben kann, dank ihrer Gründung in 1973 die erste Metalband Hessens und auch in Deutschland unter den ersten 20. Zu großem Ruhm war die Band allerdings nicht auserkoren, sondern löste sich 1978 schon wieder auf, bis Sänger Iggy auf die Idee kam, dass man doch ein Album aufnehmen müsse um zumindest eine Erinnerung an die Bandzeit zu haben. Gesagt getan und 1979 erschien dann mit „Poisonoise“ das erste und einzige Album. Der Drummer führte die Band dann noch einige Jahre irgendwie weiter, doch viel entstand daraus nicht mehr.

Dabei strotzt das Album nur so vor Energie und vor allem die einzigartigen, charismatischen Vocals von Sänger Iggy heben sich von allen anderen Bands der Zeit ab. Das könnte aber auch der Genickbruch der Scheibe gewesen sein, denn instrumentell kommt leider nicht ganz so viel. Stattdessen beschränkt man sich darauf den Vocals einen Unterbau zu kreieren auf dem sie besonders gut zur Geltung kommen. So sind sie nicht nur im Mix ganz vorne mit dabei, auch das Songwriting zielt ganz auf sie ab. Dabei hört man den Instrumenten an, dass sie auch mehr könnten und hier und da drängen sie sich doch mal in den Mittelpunkt. Dann hört man den kratzigen Metal-Sound, die groovigen, hart rockenden Riffs, das solide Drumming und auch die immer wieder interessanten Bassspuren. Die Mucke bleibt dabei irgendwo an der Grenze zwischen Hard Rock und Heavy Metal, häufig mehr im Rock verwurzelt, doch im Herzen schon ziemlich Metal. Die Drums sorgen für einfache Grundbeats auf denen die Gitarren locker flockig vor sich hinrocken, der Bass sorgt für etwas mehr Tiefe, immer mal wieder ploppt ein unverhofftes Solo auf und die Vocals von Iggy sind für die Zeit schon ziemlich rabiat und kernig. Die werden dann auch ganz klassisch in den Refrains von höheren Stimmlagen begleitet, bellen sich aber auch im Alleingang giftig durch die Songs, hier und da abgelöst von klassischeren Vocals wie man sie im Rock und Hard Rock der Zeit gewohnt ist.

Wer also die deutsche Metalgeschichte etwas genauer unter die Lupe nehmen will, der sollte hier keinen Bogen drum machen. The Hand of Doom zeigen auf ihrem ersten und einzigen Machwerk „Poisonoise“ ziemlich fetzigen Heavy Metal, der einfach rockt. Schön groovig und locker, doch dank der Vocals mit nem düsteren Unterton, der immer wieder zum Tragen kommt und die Truppe von anderen Bands der Zeit ein gutes Stück absetzt. Cooles Teil!

Links:

Metal-Archives

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